• vom 05.09.2014, 17:10 Uhr

Jüdisch leben


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Aufatmen




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Von Alexia Weiss


    Das Schlimmste ist wieder einmal überstanden. Der wochenlange Raketenbeschuss Israels durch die Hamas aus dem Gazastreifen hat vorläufig ein Ende – der Waffenstillstand hält bisher. Nun können beide Seiten ihre Wunden lecken, trauern, wieder einen geordneten Alltag leben oder mit dem Wiederaufbau beginnen.

    Der Optimismus hat dennoch nicht viel Raum, sich zu entwickeln. Der IS ist in Nachbarländern Israels aktiv (Syrien, Libanon). Dass diese Bedrohung eine ernst zu nehmende ist, dürfte mittlerweile allen klar sein. Und wenn die Bedrohung durch die Hamas auf den ersten Blick weit weg ist und sich damit nur die Israelis herumzuschlagen haben, die IS wird zum globalen Problem. Langsam sickert das auch in das Bewusstsein der Menschen hier, in Österreich, in Europa.
    9/11 hat vieles verändert. Doch in diesen mehr als zehn Jahren hat sich der Islamismus noch weiter radikalisiert. Von Schläfern war nach den Flugzeugattentaten viel die Rede. Inzwischen versucht der Verfassungsschutz hierzulande zu überblicken, wie es passieren kann, dass heimische muslimische oder eben zum Islam konvertierte Jugendliche verhetzt und als Kämpfer in Syrien angeworben werden können.

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    Seit 2007 kämpft die auch von der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) unterstützte Initiative "Stop the bomb" (http://at.stopthebomb.net/de/home.html) gegen die Atomgefahr durch den Iran an. Es wird zudem immer wieder darauf hingewiesen, dass durch das Regime in Teheran Terror finanziert wird – etwa in Form der Unterstützung der Hamas.

    Auch vielen Mitgliedern der jüdischen Gemeinden waren die Proteste der Plattform "Stop the bomb" lange Zeit zu viel, zu provokant, zu überzogen. Heute wünschte man sich, viel mehr Menschen, die Politik, die Geheimdienste hätten bei vielem viel genauer hingesehen. Wer finanziert die Terroristen in Syrien, im Irak, im Libanon? Wie sehen die Netzwerke aus, die hinter der Rekrutierung von Jugendlichen aus Europa für den IS stehen?

    Wenn Krieg herrscht, ist eine der vorrangigen Fragen stets: wie konnte es so weit kommen? Was bringt Menschen dazu, solche Allmachtsphantasien zu entwickeln, aber auch, sich in solche Kriege hineinziehen zu lassen? Jene, die verfolgt werden, haben keine Wahl. Die Jessiden im Irak konnten sich nicht aussuchen, ob sie nun aus ihrer Heimat vertrieben werden oder nicht. Viele der Kämpfer in Syrien hatten aber die Wahl: sie haben ihre bisherige Existenz hinter sich gelassen, um ins Abenteuer zu ziehen. Ein Abenteuer, für das man auch mit dem Leben bezahlen kann. Doch das scheint nicht zu bekümmern.

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    Jüdisch leben, Alexia Weiss

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    Dokument erstellt am 2014-09-05 17:11:35



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