Es gibt gute und schlechte Tage - daran ändert eine Ernährungs- und Lebensstiländerung grundsätzlich einmal gar nichts. Interessant ist, dass die Stimmungsschwankungen mit denen ich meine Umwelt nerve in einem direkten Verhältnis zum Abnehmerfolg stehen. Habe ich wenig Gewicht gemacht, bin ich unzufrieden mit mir und unrund. Also muss meine Umgebung mit mir leiden. Ich arbeite daran und werde wahrlich jeden Tag etwas besser, aber manchmal - ja manchmal geht es einfach nicht anders. Und dann gibt es die wirklich guten Tage. Diese muss man genießen und interessanterweise kann ich diese Tage ganz ohne Süßes, eine Belohnung in Form von Nahrung und "kleinen Sünden" genießen. Das ist wohl eine der wirklichen Wandlungen - meine Sucht und ich gehen getrennte Wege - zumindest meistens. Schön, wenn dann Alles passt.
Apropos passen: Nun ist jener Zeitpunkt erreicht an dem ich Abschied nehmen muss. Abschied von vielen Kleidungsstücken. Die Lieblingsteile, die mich nun schon einige Jahre begleitet haben, haben ausgedient. Abgetragen ist dabei ein Vokabel, das auf die Hälfte sicherlich gut zutrifft, doch die andere Hälfte, die ist einfach zu groß geworden. Ein luftiger Sack aus Stoff - meist Baumwolle - hat meinen Körper wie eine zweite Haut umschlossen. Nun muss diese Haut verschwinden.
Das Gegenteil zur Entwicklung der Schlange
Ich tendiere nun nicht mehr zu dem klassischen "Schlangenhaut-Menschen" - daher ich muss meine zweite Haut nicht ständig erneuern, weil sich mein Körper ausdehnt. Diese Entwicklung habe ich jetzt einmal unterbrochen. Aber, und auch dies muss gesagt werden, nicht zum ersten Mal. Als ich nun meinen Kleiderschrank an mein neues Leben angepasst habe, da stieß ich doch auf einige Teile, die ich vor Jahren in einer Abnehmphase angeschafft habe und seit geraumer Zeit nicht mehr anziehen konnte.
Sie sehen daran, dass das Ausmisten des Kleiderschranks im ersten Moment ein wunderbar gutes Gefühl ausgelöst hat. Endlich werde ich dünner und die neue Garderobe ruft - aus der Ferne zwar, aber ich kann sie schon hören. Doch der zweite Moment war durchaus deprimierend. Es wurde nämlich die Erinnerung daran wach, dass ich dieses Gewicht schon einmal hatte. Ich war schon einmal so gebaut, wie jetzt. Und ich habe es nicht gehalten. ich habe zugenommen. Ich habe versagt. ich habe mir neues Gewand gekauft und dann bin ich wieder dicker geworden.