• vom 19.06.2012, 11:24 Uhr

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Update: 19.06.2012, 14:55 Uhr
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Das Bauchfett schmilzt, die Dehnungsstreifen kommen

Fettschürzen und Currywürste


Von Pete Sahat

  • Die Einen spielen Fußball, die Anderen fiebern mit und es scheint als würden Alle ungesund essen

Mein Aussehen verändert sich nun schon fast täglich. Der Stoffwechsel scheint animiert und ich bin es ebenso – eine wesentliche Grundregel bei einer Ernährungsumstellung, wie mir scheint.

Gestern erst klagte mir meine Lieblingsverkäuferin einer Bäckereifiliale ihr Leid. Sie nehme derzeit zu und das ärgere Sie. Eine Aufzählung des sonntäglichen Nahrungsmittelverbrauchs erinnerte mich stark an mich vor ein paar Monaten. Viel zu Mittag, dann eine üppige Jause und am Abend noch eine Mahlzeit, die den Tagesverbrauch an Kalorien beinhaltet. Also eigentlich kein Wunder dass Sie zunimmt könnte man meinen.


Und doch. Es war interessant, wie unglücklich Sie war. Um dann in der Unzufriedenheit mit sich selbst, schon an das Abendessen zu denken. Der Teufelskreis der Fettsucht in seiner ganzen Pracht. Schuldgefühle, Schamgefühle, Frust, Trauer und Selbstzweifel und als Lösung essen. Der frühere Partner drängte Sie zur ersten Diät, dann die Trennung und seither die ständige Zunahme. "Vielleicht hätte ich damals gar nicht mit den Diäten beginnen sollen, dann wäre ich vielleicht noch dünner", so ihre Meinung - eine interessante Überlegung. Aber es tut Nichts zur Sache. Ihre fröhliche Art mache Sie nicht zur sozialen Außenseiterin, daher auch noch kein zwingender Grund endlich abzunehmen. Aber nun – bei einer Größe von 155 Zentimeter und 105 Kilogramm schmerze der Rücken. Ach wie kommt mir das bekannt vor.

Abnehmen muss man wirklich wollen - wirklich wollen
Nur wer wirklich will, kann abnehmen. Wer nicht wirklich will, soll es einfach lassen. Es funktioniert nicht. Und man muss für sich und sein Leben abnehmen, nicht den Partner, die Gesellschaft oder die nahende Bikinisaison, Hochzeit oder sonst ein Ereignis.

Apropos Ereignis. Es verschlug mich kürzlich nach Deutschland. Ein Land im Fußball-EM-Fieber. Auf den Straßen lauter Fahnen und eine Welle des Patriotismus, die an der Grenze des Erträglichen liegt. Aber nicht nur Fahnen gibt es wie Sand am Meer, sondern auch Bier, Currywürste, den Kaffee mit Kuchen am Nachmittag und viele andere Versuchungen mehr. Am Abend wird auf den öffentlichen Plätzen getrunken und gefressen bis zum Umfallen und mitten drinnen ein rundlicher Österreicher, der grade seine Ernährungsumstellung durchmacht.

Man kann sich überall gesund ernähren
Viele Leute haben gefragt, ob es denn überhaupt möglich ist, sich unterwegs, im Urlaub, im Ausland oder in der Arbeit bewusst zu ernähren beziehungsweise nach Diätplan. Die Frage ist – warum sollte dies nicht gehen? In der Früh mein Eiweiß mit etwas Brot, Gemüse und Obst – kein Problem. Zu Mittag findet sich auch immer etwas Passendes und am Abend einfach mal die Kohlenhydrate weglassen. So schwer ist das nicht. Es ist eine Kopffrage, eine Frage des Wollens und keine Frage des Könnens.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-19 12:02:40
Letzte Änderung am 2012-06-19 14:55:21


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