Entgiften bedeutet auch, dass man auf Alles verzichtet, was Zusatzstoffe, künstliche Aromen oder Geschmacksverstärker bedeutet.
Wie bei der Zeugnisverteilung
Um 18 Uhr werden die individuellen Ernährungspläne verteilt. Dazu lesen Sie morgen mehr. Immerhin möchte ich Ihnen ja nicht gleich einen Nachrichtenüberfluss zumuten, vor allem aber merke ich gerade, dass wenig Essen nicht nur der Feind des adipösen Essers ist, sondern auch des strebsamen Journalisten, der versucht verständliche Texte zu formulieren und dabei immer wieder die geistige Trägheit austricksen muss.
So viel allerdings schon heute. Die Übergabe glich einer Zeugnisverteilung. Waren doch auf dem Ernährungsplan jene Lebensmittel und deren Mengen verzeichnet, die in den kommenden Wochen meinen tagtäglichen Speiseplan bilden werden. Schon spannend, wie sehr Essen das Thema wird, wenn man sich doch eigentlich davon lösen will. Bislang habe ich gegessen wenn ich Hunger hatte, oder besser, wenn ich glaubte, Hunger zu haben. Denn echten Hunger kannte ich eigentlich schon lange nicht mehr. Ebenso wie wirklichen Geschmack. Nicht, dass ich in meinem Alltag bislang nur Mist gegessen hätte, aber Mist eben auch. Mein Gruß an Mc DoXXXXX UnilXXXX, NestXX und Co. Ich habe gehört, dass man derzeit gerne Passagen schwärzt. Da mich derzeit nur das Essen oder Nicht-Essen interessiert, kann ich dazu nicht mehr sagen, aber ich will ja nur dünner werden und nicht auf aktuelle Trends vergessen.
Um wieder Schmecken zu lernen, wird also erst einmal alles gestrichen, was nicht von vornherein in einem Nahrungsmittel zu finden ist. Hört sich gut an. Auf Glutamat, Sägespäne, Haare und Co. kann man ja auch verzichten, also schnell einen guten Earl Grey und danach einen Pfefferminz-Kaugummi. Wer hat den Fehler gefunden?
Stimmt, es waren gleich zwei. Earl Grey ist aromatisiert, daher verboten. Roibusch-Tee ist erlaubt, aber nicht wenn er noch andere Geschmacksrichtungen bietet. Und ein Kaugummi ? Ganz schlecht. Also auch verboten. Wie auch Kaffee- der kommt aber morgen wieder zurück - und jede Form von Zwischenmahlzeit - die bleibt immer weg. Dreimal am Tag essen und fünf Stunden dazwischen. Leicht zu merken, nicht so leicht zu leben. Hier im Hotel geht es aber sehr gut.
Der Gruß an die Küche
Endlich 19 Uhr Abendessen. Basensuppe. Cremig, geschmackig und Essen. Was will man denn eigentlich mehr. Ein spezieller Gruß an Sous-Chef Beck vom Falkensteiner Balance Resort. Er kümmert sich rührend um uns. Und ich mag ihn. Obwohl die Portionen, die er mir vorsetzt, auf den ersten Blick wie eine Beleidigung meiner Statur gewirkt haben. Was am ersten Tag noch als Gruß aus der Küche wirkte, ist nun schon eine vollkommen sättigende Mahlzeit. Also diesmal ein Gruß von mir an die Küche.