• vom 21.07.2016, 14:39 Uhr

Musik-Blogothek

Update: 21.07.2016, 14:50 Uhr

Pop-Mottenkiste

Heißer Soul-Pop als Soundtrack der 70er Jahre




  • Artikel
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Francesco Campagner

  • Die goldenen Zeiten sind für Hot Chocolate vorbei, doch die britische Band tourt weiter.

Auch in der Pop-Musik gibt es eine Zwei-Klassengesellschaft. Während die einen Senioren Hallen, Stadien und ihre Geldbörsen kräftig füllen, müssen sich die anderen durch die Provinz schlagen und bei kleineren lokalen Events auftreten. Zur zweiten Kategorie zählt die britische Band Hot Chocolate. Die Briten haben zwar -zig Millionen Platten verkauft, unzählige Hits vorwiegend in den 70er und 80er Jahren gelandet, trotzdem sind sie meist nur mehr bei Oldie-Events gefragt.

Ungerecht, aber so ist das harte Show-Leben nun einmal. Ein Grund dafür ist plausibel: Die Stimme der Band, der charismatische Sänger und Songwriter Errol Brown, hat Hot Chocolate bereits Mitte der 80er Jahre verlassen und ist vergangenes Jahr gestorben.

Das Markenzeichen von Hot Chocolate war grooviger Soul-Pop. Damit hat die Band eher unaufdringlich für den Soundtrack der 70er Jahre gesorgt. Mit dem Song "You Sexy Thing" gelang 1975 der Hit, der die Band in den Geschichtsbüchern der Pop-Musik verewigt hat.

Dabei begann alles wie so oft zufällig. Eine Reggae-Version von "Give Peace A Chance" gefiel John Lennon so gut, dass die Band um Errol Brown und Tony Wilson einen Plattenvertrag bei Apple, dem Musik-Label der Beatles, bekam. Lennon hörte sich das Lied nur an, da Brown den Text verändert hatte.

Gleichzeitig hatte die Gruppe bei der Auswahl ihrer Singles ein glückliches Händchen. Hauptverantwortlich dafür war Produzent Mickie Most (Animals, Donovan), der mit strenger Hand und scharfen Ohren die musikalische Spreu vom Weizen trennte. So gelang eine bemerkenswerte Abfolge von Charterfolgen. Fast jährlich konnte sich Hot Chocolate ganz vorne in den britischen (und auch in vielen anderen) Charts platzieren. Der erste große Erfolg gelang 1970 mit "Love ist Life". Danach ging es Schlag auf Schlag: "I Believe (In Love)" (1971), "Brother Louie" (1973), "Emma" (1974), "You Sexy Thing" (1975), "So You Win Again" (1977), "Every 1's a Winner" (1978), "No Doubt About It" (1980), "Girl Crazy" und "It Started with a Kiss" (1982). Der letzte Top-Ten-Hit gelang 1983 mit "What Kinda Boy You're Lookin' For (Girl)".

Werbung

Danach war die Luft draußen. Brown verließ die Band 1986. "Ich war müde", meinte er in einem Interview mit dem "Telegraph" Jahre später. Hot Chocolate verabschiedete sich ebenfalls von den Hitparaden. Die einzigen Hits, die folgten, waren Neuausgaben der alten Songs.

Doch die Band - nun von Mit-Begründer Patrick Olive geführt - tourt weiter fleißig. Regelmäßig tritt Hot Chocolate auch in Österreich auf. Am 23. Juli steht die Gruppe im oberösterreichischen Bad Schallerbach auf der Bühne - und wird einmal mehr Nostalgie verbreiten.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-07-20 16:41:32
Letzte nderung am 2016-07-21 14:50:06



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Ausgespielt?
  2. Je schwerer, desto leichter fällt es Barbara Hannigan
  3. Auffi, obi - und eini
  4. Volle Töne, gute Laune
  5. Interkontinental
Meistkommentiert
  1. Ausgespielt?
  2. Ein Rabauke zeigt sich reuig
  3. Je schwerer, desto leichter fällt es Barbara Hannigan
  4. Interkontinental

Werbung



CDs

Jazz-CD

Interkontinental

Der geniale Oud-Spieler Anouar Brahem begegnet uns auf seinem neuen Tonträger mit hochkarätiger Besetzung: Dave Holland am Bass... weiter




Pop-CD

Hinwendung zu Moll

Die Welt ist ein trauriger Ort. "Who turned out the sun?" , singt Dan Boeckner demgemäß in "Artificial Life" über die künstliche Nacht... weiter




Pop-CD

Mythologisch

Fern von Okkultismus und Satanismus führt der Black Metal von Wolves In The Throne Room in die verträumten Gefilde altnordischer Mythologie... weiter




Pop-CD

Songminiaturen

Architektur fristet in der Popmusik ein thematisches Nischendasein - sieht man von den Einstürzenden Neubauten und deren Arbeiten von "Strategies... weiter




Pop-CD

Chaos mit Kalkül

"My Love Is Cool", das Debütalbum von Wolf Alice aus Nord-London, knüpfte 2015 gekonnt an die glorreichen Zeiten des Indierock an... weiter






Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Während einer Protestveranstaltung gegen Polizeigewalt vor dem Police Department von Baton Rouge, Louisiana, USA, am 9. Juli 2016, stellt sich die Aktivistin Ieshia Evans den vorrückenden Polizisten entgegen und streckt ihre Hände aus, bereit, sich verhaften zu lassen. Georgeund Amal Clooney gehörte die Aufmerksamkeit am Wochenende. Die gemeinsamenZwillinge blieben jedoch daheim bei der Nanny.

Matt Damon mit seiner Frau Luciana Barroso. "Downsizing", in dem Damon die Hauptrolle spielt, hat die 74. Festspiele von Venedig eröffnet. Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar wurde sechsfach ausgezeichnet. Der wichtigste Preis: Sein Hit  "Humble" wurde zum Video des Jahres gewählt.


Werbung


Werbung