• vom 08.08.2016, 15:05 Uhr

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Update: 08.08.2016, 15:05 Uhr

Pop-Mottenkiste

Schlager made in Italy




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Von Francesco Campagner

  • Italienische Pop-Musik in der verdeutschten Variante.

Nein, ich beginne nicht bei Goethe – und habe es doch gerade getan. Ja, die Liebe, die Deutsche und Österreicher für Italien hegen, ist jahrhundertealt. Die Anziehungskraft der Apenninen-Halbinsel ist auch in der Musik spürbar. Der Urlaub im Süden hinterließ nicht nur schwärmerische Gedanken an dolce vita und dolce far niente, sondern ließ auch regelmäßig italienische Hits in den deutschen Hitparaden landen. Die Musik des letzten Urlaubs wollte man auch in der trauten Heimat noch hören. Doch es haben sich auch etliche Songs auf leisen Sohlen in die deutschen Wohnzimmer geschlichen, die durch die deutschen Texte gar nicht mehr als Italo-Hits erkennbar waren.

Wer weiß etwa, dass Lieder wie "Die süßesten Früchte" oder "Tränen lügen nicht" aus Italien stammen? Wenn sogar Elvis mit einem Italo-Hit ("It’s Now Or Never" – "‘O sole mio") die Spitze der Hitparaden in den USA und Großbritannien erstürmen konnte, warum sollten es nicht auch deutsche (und österreichische) Interpreten schaffen?

1) Nilla Pizzi - Papaveri e papere
Peter Alexander & Leila Negra: Die süßesten Früchte - 1952

Schon 1952 hatte der noch junge Peter Alexander einen echten Ohrwurm – und einen seiner ersten Hits: "Die süßesten Früchte" ist auch heute noch vielen ein Begriff. Das Original stammte von Nilla Pizzi, die mit "Papaveri e papere" den zweiten Platz beim Sanremo-Festival belegte.

2) Lucio Dalla: 4-3-1943
Lena Valaitis: Und da steht es geschrieben - 1972

Eher unbekannt ist dagegen die deutsche Version von "4-3-1943" von Lucio Dalla. Lena Valaitis hat aus dem vermeintlich autobiografischen Song, der mit dem Refrain "per i ladri e le puttane sono Gesù bambino" ("für die Diebe und Huren bin ich das Jesuskind") beim Sanremo-Festival für einen Skandal sorgte, eine seichte Weltverbesserungs-Ballade gemacht.


3) Drupi - Vado via
Frank Farian: Bleib bei mir - 1974

Bis Mitte der 70er Jahre war Drupi oft in den deutschsprachigen Radios zu hören. Sein erster Erfolg "Vado via" war nicht nur als Hintergrundsmusik einer TV-Weichspüler-Werbung populär, auch Frank Farian versuchte sich an dem Song, allerdings nicht allzu erfolgreich. Doch statt wie im Original die Geliebte verlassen zu wollen, forderte sie Farian sehnsüchtig auf: "Bleib bei mir".

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-08-08 12:30:51
Letzte ─nderung am 2016-08-08 15:05:40



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