• vom 24.08.2017, 11:57 Uhr

Musik-Blogothek


Pop-Mottenkiste

Der wiedergeborene Protestsong




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Francesco Campagner

  • Die schönsten Anti-Trump-Songs - von Joan Baez bis Pussy Riot.

Joan Baez ist an vorderster Front im Kampf gegen Donald Trump. - © APAweb / Keystone, Martial Trezzini

Joan Baez ist an vorderster Front im Kampf gegen Donald Trump. © APAweb / Keystone, Martial Trezzini

Seit Donald Trump ist der Protestsong wieder en vogue. In den 60er und 70er Jahren schaffte es dieser Begriff sogar in diverse Enzyklopädien wie Meyers Lexikon oder den Brockhaus, dank Künstlern wie Bob Dylan, Joan Baez oder Pete Seeger, ehe der Protestsong ab den 80er Jahren aus der Mode kam. Nun wird die Popmusik aber wieder politischer. Beatles-Urgestein Paul McCartney hat vor einigen Tagen angekündigt, dass er einen Song über den US-Präsidenten auf seiner nächsten CD veröffentlichen werde. Alt-Songwriter und mittlerweile gefragter Filmmusikkomponist Randy Newman hat sich entschlossen, seinen Song über Trump nicht zu veröffentlichen. Trotzdem gab er Teile des - nicht jugendfreien - Textes preis.

Hörenswerte Songs gibt es mittlerweile etliche. Hier eine kurze Auswahl der besten Anti-Trump-Songs:

Folk-Ikone Joan Baez lässt es sich nicht nehmen, auch im Jahr 2017 an vorderster Front der Protestkünstler zu stehen. Sie posierte vor dem Trump-Tower mit gestrecktem Mittelfinger und widmete Trump den Song "Nasty Man".

Besonder aktiv ist Fiona Apple. Schon im Advent textete sie ein Weihnachtslied um: "Trump’s Nuts Roasting On An Open Fire" ist nicht ganz jugendfrei.


Für den Women's March nach der Amtseinführung von Trump folgte mit "Tiny Hands" noch die Draufgabe durch Fiona Apple.

Wer vor Putin keine Angst hat, hat auch keine Furcht seine Meinung über den US-Präsidenten zu verbreiten. Pussy Riot beschäftigen sich auf "Make America Great Again" mit dem Wahlkampfslogan Trumps.

Auch sanft kann man deutlich werden. Passenger alias Mike Rosenberg lässt Donald Trump nicht kalt. Er hatte, wie er auf seiner Webseite erklärt, noch nie den Wunsch einen solchen Song zu schreiben. Doch nach einiger Überlegung hat der Brite "A Kindly Reminder" doch veröffentlicht.

Death Cab for Cutie waren mit "Million Dollar Loan" 2016 Vorreiter. Ihr Song war der erste im Projekt "30 Days, 30 Songs" im US-Wahlkampf-Finale. Genutzt hat es nichts, doch die Band rüttelt an der Legende des Selfmademans.

Ein Song zum Durchhalten ist dagegen "I Give You Power" von Arcade Fire. In der neuesten Version aus dem Jänner 2017 gibt Soul-Legende Mavis Staples den Ton an.

Die Zukunft ist weiblich ist der Slogan von CocoRosie. Mit dem Song "Smoke 'em Out" wollen sie Donald Trump aus dem Weißen Haus jagen. Musikalische Unterstützung erhalten sie dabei von Anohni.

Zum Jahreswechsel hat Mac McCaughan (Superchunk) allen Mut gemacht. Ein so enttäuschendes Jahr wie 2016 kann es nicht mehr geben. Der Titel "Happy New Year (Prince Can't Die Again)" vermittelt Zuversicht.

Wer die Postings von Aimee Mann auf Twitter kennt, weiß, dass sich die Songwriterin zurzeit stark mit Politik beschäftigt. Mann hat den Song "Can't You Tell" für das Projekt "30 Days, 30 Songs" aufgenommen.

Auch die Schotten Franz Ferdinand haben das Phänomen Trump musikalisch analysiert. Mit "Demagogue" liefern sie eine bombastische Zertrümmerung der Populisten.

Ein ganzes Album hat Juliana Hatfield über bzw. gegen Donald Trump und dessen Politik eingespielt. Hörenswert ist auch der Song "I Wanna Be Your Desease" - Hatfield will der Virus sein, der Trump zum Aufgeben zwingt.

Wer glaubt, dass Donald Trump sich selbst definiert hat, wird eines Besseren belehrt. Schon Woody Guthrie, Bob Dylans großes Vorbild, sang über einen Trump - nämlich über Donalds Vater. Und der Text ist wahrlich kein Lobgesang. Ryan Harvey hat gemeinsam mit Ani DiFranco und Tom Morello "Old Man Trump" neu eingespielt.




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-22 12:58:05
Letzte ńnderung am 2017-08-24 11:45:06



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Trauer um einen Parade-Onegin
  2. Grabbesuch mit Discogroove
  3. Lügen haben lange Nasen
  4. Don, der Gynäkologe
  5. Eindringlich aus Unvollkommenheit
Meistkommentiert
  1. AC/DC-Gitarrist Malcolm Young ist tot
  2. Gipfelanalysen
  3. Zwischen Schönklang und Rebellion
  4. Don, der Gynäkologe

Werbung



CDs

Pop-CD

Musikalisches Gemälde

Die 1978 in Stockholm geborene Singer-Songwriterin Anna Ternheim versöhnt in ihrer Musik ebenso stilvoll wie überzeugend typisch amerikanische... weiter




Pop-CD

Schillernd

Das aus Salzburg stammende und mittlerweile nach Wien übersiedelte Duo Mynth um die Zwillinge Giovanna und Mario Fartacek dreht auf seinem zweiten... weiter




Pop-CD

Überwältigend

Der Beginn des neuen, zweiten Albums der britischen Band Nothing But Thieves, die mit ihrem selbstbetitelten Debüt 2015 einen fulminanten Start... weiter




Pop-CD

Kalorienbomben und Fastenkuren

Verlässlich abwechslungsreich: die nicht uneitel benannten kanadischen Stars. Wenn vom kanadischen Popwunder schon länger nichts mehr zu hören und zu lesen war, liegt das vor allem daran, dass man sich mittlerweile daran gewöhnt... weiter




Pop-CD

Vorzugsschüler

Das Debütalbum "We Colour The Night" (2013) war noch ein Ein-Mann-Projekt des steirischen Sängers und Musikers Philipp Szalay gewesen... weiter






CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.


Werbung


Werbung