• vom 07.05.2012, 15:01 Uhr

Gastkommentare

  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Gastkommentar

Gestalten wir gemeinsam das Europa von morgen


Von Viviane Reding

  • Unser geeinter Kontinent kann nur wachsen und gedeihen, wenn wir auf die Bürger hören und auf ihre Bedürfnisse eingehen.

Viviane Reding ist Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft.

Viviane Reding ist Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft. Viviane Reding ist Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft.

In der Europäischen Union gingen dem Wandel stets größere politische Erschütterungen voraus. Der Fall des Eisernen Vorhangs stärkte den politischen Willen, die europäischen Nationen und Völker enger zusammenzuschließen. Heute haben wir keine Grenzen mehr, sondern das gemeinsame Recht für die Unionsbürger, überall in der EU zu leben, zu arbeiten, zu studieren, einzukaufen oder den Ruhestand zu verbringen. Wir haben eine gemeinsame Währung geschaffen und Mitgliedstaaten aus Mittel- und Osteuropa aufgenommen. In Zeiten historischen Wandels haben die Europäer zusammengehalten. Sie haben auf Europa gesetzt und sind gestärkt daraus hervorgegangen.

Werbung

Dies ist heute nicht anders. Wir haben uns geschlossen der Krise gestellt. Europa hat Lehrgeld zahlen müssen, aber dank einiger harter Entscheidungen ist unser Haus Europa für weitere Stürme gerüstet. Jetzt ist es höchste Zeit, zu konsolidieren, was wir aufgebaut haben, und kreativ, optimistisch und realistisch in die Zukunft zu blicken. Zwanzig Jahre, nachdem in der kleinen Grenzstadt Maastricht die Unionsbürgerschaft ins Leben gerufen wurde, müssen wir dem Projekt Europa neue Impulse geben - nicht ohne unmittelbare Beteiligung unserer Bürger. Denn die Europäische Union gibt es dank ihrer Bürger und ausschließlich zu deren Nutzen. Unser geeinter Kontinent kann nur wachsen und gedeihen, wenn wir auf die Bürger hören und auf ihre Bedürfnisse eingehen. Völlig zu Recht erwarten die Menschen konkrete Ergebnisse von Europa, nicht nur Worte.

Als erstes für Unionsbürgerschaft zuständiges Kommissionsmitglied habe ich alles darangesetzt, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, damit die Bürger im täglichen Leben etwas von ihren durch die EU eingeführten Rechten haben. Die EU-Kommission hat die Rechte der Opfer von Straftaten verbessert, den Zugang zum Gesundheitswesen anderer Länder vereinfacht und die Rechte der Verbraucher ausgebaut. Mehr als zwölf Millionen EU-Bürger leben in der EU bereits in einem anderen als ihrem Heimatland. Rund 40 Millionen Menschen kaufen online in anderen Ländern Europas ein. Und trotzdem müssen die Bürger immer noch manchmal Hindernisse überwinden, wenn sie ihre Rechte als Unionsbürger wahrnehmen wollen.

Das können wir ändern, und mit Ihrer Hilfe werden wir es ändern. In den nächsten drei Monaten wird die EU-Kommission Sie befragen, wie Sie über Ihre Rechte denken und wie die EU aussehen sollte, in der Sie leben möchten. Am morgigen Europatag leiten wir die größte öffentliche Befragung in der EU-Geschichte ein: Wir fragen die Bürger, was Brüssel ihrer Meinung nach für sie tun soll. Europa ist nicht Brüssel. Europa ist dort, wo Sie sind - in Wien oder Untersiebenbrunn. Auf welche Schwierigkeiten stoßen Sie? Wie können wir die Dinge konkret verbessern? Wie sollte Ihrer Meinung nach die EU 2020 aussehen?

Ihre Antworten und Ideen nimmt die EU-Kommission in ihren Bericht über die Unionsbürgerschaft nächstes Jahr auf. Sie können dabei sein. Schaffen wir ein echtes Europa ohne Grenzen und räumen wir die letzten Hindernisse aus dem Weg.




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-07 15:08:07


Beliebte Inhalte



Reinhard Göweil Die Rechnung von Grünen-Wirtschaftssprecher Kogler, dass am Ende des Tages zehn Milliarden Euro aus der "Bankenrettung" beim Steuerzahler hängen...weiter

Reinhard Göweil Der junge Mann, der an der Med-Uni Graz nicht jene Lehrveranstaltungen besuchen konnte, die ihm einen rascheren Studienabschluss ermöglicht hätten...weiter

Walter Hämmerle. Wir Menschen sind Mängelwesen. Leider nicht nur in moralischer Hinsicht, sondern auch mit Blick auf unsere körperliche Hinfälligkeit...weiter

Reinhard Göweil Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle bezeichnete die mit 28 Prozent unverändert geringe Beteiligung an den Hochschülerschaftswahlen als...weiter

Reinhard Göweil Die fünf Agrarkonzerne Monsanto, Pioneer, Syngenta, Limagrain und Bayer kontrollieren weltweit zirka 63 Prozent des Saatguts...weiter

Reinhard Göweil Die fünf Agrarkonzerne Monsanto, Pioneer, Syngenta, Limagrain und Bayer kontrollieren weltweit zirka 63 Prozent des Saatguts...weiter

Walter Hämmerle. Wenn vier Wahlgänge innerhalb weniger Wochen zu schlagen sind, ist es naheliegend, dass anschließend die große Suche nach Gewinnern und Verlierern...weiter

Reinhard Göweil Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle bezeichnete die mit 28 Prozent unverändert geringe Beteiligung an den Hochschülerschaftswahlen als...weiter

Reinhard Göweil Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will einen einheitlicheren europäischen Arbeitsmarkt. Das hat zunächst recht egoistische Gründe...weiter

Reinhard Göweil Der junge Mann, der an der Med-Uni Graz nicht jene Lehrveranstaltungen besuchen konnte, die ihm einen rascheren Studienabschluss ermöglicht hätten...weiter




Werbung




Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof

Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi" Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York.

Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen: 21. 5. 2013: Schwere Zeiten für Fans des glänzenden Metalls: Der Goldpreis erklimmt keine neuen Höhen mehr, das Interesse der Anleger ist merkbar gesunken.

Werbung