• vom 21.05.2012, 13:30 Uhr

Gastkommentare

  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (9)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Parlament

Direkte Demokratie ist Gebot der Stunde


Von Heinz-Christian Strache

  • "Wollen Volksabstimmung über Euro-Haftungsschirm und die Verankerung der direkten Demokratie nach Schweizer Vorbild in der Verfassung."

Heinz-Christian Strache ist Klubobmann der FPÖ.

Heinz-Christian Strache ist Klubobmann der FPÖ.© Parlamentsdirektion/WILKE Heinz-Christian Strache ist Klubobmann der FPÖ.© Parlamentsdirektion/WILKE

Es ist interessant, dass die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP sich plötzlich mit der direkten Demokratie auseinandersetzen. Aber leider tun sie das nur sehr theoretisch. Wenn Bundeskanzler Faymann vorschlägt, dass eine verpflichtende Volksabstimmung über ein Volksbegehren erst ab 700.000 Unterschriften zustande kommen soll, ist das in Wahrheit eine Verhöhnung der Menschen. Die ÖVP ist leider um keinen Deut besser, wenn sie verpflichtende Volksabstimmungen bei einer Beteiligung von zehn Prozent der Wahlberechtigten will. Das wären beim derzeitigen Stand ungefähr 650.000 Unterschriften.

Werbung

Beides sind groteske Zahlen, vor allem wenn man bedenkt, dass eine Partei nur vier Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen benötigt, um in den Nationalrat einzuziehen. SPÖ und ÖVP wollen den Menschen Demokratie nur vorgaukeln.

Die FPÖ hingegen fährt seit langem einen eindeutigen Kurs, der einen echten Demokratisierungsschub in Österreich zur Konsequenz haben soll. Wir berufen uns damit auf die Zeichen der Zeit, die eindeutig den Menschen und nicht nur den politisch einzementierten Parteien das Recht auf Mitbestimmung und Mitsprache einräumen.

Zentral bedeutet das für uns: Eine Volksabstimmung über den Euro-Haftungsschirm und die Verankerung der direkten Demokratie nach Schweizer Vorbild in der Verfassung. Volksbegehren sollen ab 250.000 Unterschriften einer verbindlichen Volksabstimmung unterzogen werden. Das jeweilige Ergebnis hat dann von der Regierung umgesetzt zu werden.

Es ist notwendig, den Bürgern die Möglichkeit zu geben, abseits vom Beharrungsvermögen des politischen Establishments, nach Schweizer Vorbild selbst und direktdemokratisch über Weichenstellungen für die Zukunft zu entscheiden.

In einer Studie wurde die Entwicklung der Staatsfinanzen aller 25 Schweizer Kantone in den vergangenen 110 Jahren untersucht. Dabei wurde festgestellt: Je stärker die Einwohner in einem Kanton selbst über die Staatsausgaben mitreden können, desto besser ist es dort um die öffentlichen Finanzen bestellt. Die Studie zeigt, dass das direkte Mitspracherecht der Wähler die Verschwendungssucht der öffentlichen Hand erheblich bremst.

Jede Entscheidung, die von den Mandataren im Nationalrat oder in den Landtagen abgestimmt werden kann, soll bei entsprechender Unterstützung im Rahmen des Einleitungsverfahrens und bei ausreichender Beteiligung der Wahlberechtigten auch direktdemokratisch getroffen werden können - so beschreibt sich unsere weitere Forderung für einen Ausbau der direkten Demokratie.

Mehr direkte Demokratie bedeutet auch eine intensivere Auseinandersetzung im Rahmen der politischen Diskussionskultur mit Sachthemen. Die Parteien und deren Repräsentanten werden damit angehalten, die Bürger von ihren inhaltlichen Positionen zu überzeugen.

In der Schweiz lebt man Demokratie - mehrmals im Jahr. Warum sollte das in Österreich nicht gehen? Denn die Österreicher haben sicher genau die gleiche demokratische Reife wie die Schweizer Bevölkerung.




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-21 17:53:14


Beliebte Inhalte



Reinhard Göweil Die Rechnung von Grünen-Wirtschaftssprecher Kogler, dass am Ende des Tages zehn Milliarden Euro aus der "Bankenrettung" beim Steuerzahler hängen...weiter

Reinhard Göweil Der junge Mann, der an der Med-Uni Graz nicht jene Lehrveranstaltungen besuchen konnte, die ihm einen rascheren Studienabschluss ermöglicht hätten...weiter

Reinhard Göweil Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle bezeichnete die mit 28 Prozent unverändert geringe Beteiligung an den Hochschülerschaftswahlen als...weiter

Walter Hämmerle. Wir Menschen sind Mängelwesen. Leider nicht nur in moralischer Hinsicht, sondern auch mit Blick auf unsere körperliche Hinfälligkeit...weiter

Mutige Politiker, vor allem solche, die ihre Wiederwahl aufs Spiel setzen, weil sie das umsetzen, von dem sie überzeugt sind, dass es richtig ist...weiter

Reinhard Göweil Die fünf Agrarkonzerne Monsanto, Pioneer, Syngenta, Limagrain und Bayer kontrollieren weltweit zirka 63 Prozent des Saatguts...weiter

Walter Hämmerle. Wenn vier Wahlgänge innerhalb weniger Wochen zu schlagen sind, ist es naheliegend, dass anschließend die große Suche nach Gewinnern und Verlierern...weiter

Reinhard Göweil Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle bezeichnete die mit 28 Prozent unverändert geringe Beteiligung an den Hochschülerschaftswahlen als...weiter

Reinhard Göweil Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will einen einheitlicheren europäischen Arbeitsmarkt. Das hat zunächst recht egoistische Gründe...weiter

Reinhard Göweil Während die SPÖ noch versucht, in die Gänge zu kommen, macht die ÖVP bereits voll in Optimismus für die kommende Nationalratswahl...weiter




Werbung




Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof

Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi" Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York.

Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen: 21. 5. 2013: Schwere Zeiten für Fans des glänzenden Metalls: Der Goldpreis erklimmt keine neuen Höhen mehr, das Interesse der Anleger ist merkbar gesunken.

Werbung