• vom 22.05.2012, 17:45 Uhr

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Kampf der Kinderlähmung


Von Ban Ki-moon

  • Heute ist Polio fast ausgerottet - aber Funken in drei Ländern drohen einen globalen Brand anzufachen.

Ban Ki-moon ist Generalsekretär der Vereinten Nationen.

Ban Ki-moon ist Generalsekretär der Vereinten Nationen.© REUTERS Ban Ki-moon ist Generalsekretär der Vereinten Nationen.© REUTERS

Es ist Zeit zu handeln. Die Menschheit muss von einer der tödlichsten und am meisten schwächenden Krankheiten befreit werden. Der vor fast einem Vierteljahrhundert erklärte Krieg gegen Polio war ein genauso ambitioniertes Unterfangen wie die erfolgreiche Kampagne zur Ausrottung der Pocken. Die gute Nachricht: Polio gibt es heute nur noch in Afghanistan, Nigeria und Pakistan. Die schlechte: Wir laufen Gefahr, Opfer des eigenen Erfolges zu werden. Denn auf der Welt lebt heute eine Generation, die nie Polio ausgesetzt war oder unzureichend geimpft wurde. Ein Ausbruch unter diesen Bedingungen könnte verheerend sein. 2010 tötete ein Ausbruch in Teilen Afrikas die Hälfte aller Infizierten. Sofortige Notfallmaßnahmen durch die internationale Gemeinschaft stoppten die aufkeimende Epidemie. Heuer blieben weniger als hundert Menschen durch diese leicht vermeidbare Krankheit gelähmt, fast alle in den drei bereits erwähnten Ländern. Epidemiologen der UNO warnen, dass ohne entsprechende Gegenmaßnahmen ein erneuter Ausbruch gut eine Million Menschen innerhalb eines Jahrzehnts lähmen könnte, viele davon Kinder.

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Meine Frau und ich haben persönlich in Asien und Afrika Kleinkinder immunisiert, gemeinsam mit vielen Millionen Regierungsbeamten, Freiwilligen, politischen und religiösen Führern, die Jahrzehnte dafür gearbeitet haben, dass jedes Kind geschützt ist. Kürzlich besuchten wir Indien, das vor zwei Jahren Heimat der Hälfte aller Kinder mit Polio weltweit war. Dank einer konzertierten Aktion können wir jetzt Indiens erstes Polio-freies Jahr in der Geschichte feiern.

Ähnliche Bemühungen gibt es in Afghanistan, Nigeria und Pakistan. Deren Präsidenten und Premiers überwachen persönlich die nationalen Aktionen. Die Ausrottung von Polio hängt in allen drei Ländern sehr von den staatlichen Ressourcen ab. Aber das allein ist noch nicht genug. Mit entschlossenem Vorgehen kann die internationale Gemeinschaft Polio ausrotten, wenn die nötigen finanziellen Mittel organisiert und bereitgestellt werden.

Die UNO treibt gemeinsam mit Rotary International die globale Kampagne voran. Unsere Einrichtungen arbeiten hart, um alle Kinder zu erreichen, auch die in Flüchtlingslagern oder jene, die von Naturkatastrophen und Hungersnöten betroffen sind. Den Arbeitern an vorderster Front mangelt es nicht an Engagement, aber an Geld. Die globale Poliomyelitis-Ausrottungsinitative hat nur die Hälfte der benötigten 2 Milliarden Dollar für Impfstoffe und Personal. Dabei könnten wir mit diesen 2 Milliarden der Welt geschätzte 40 bis 50 Milliarden für Behandlungskosten bis 2035 ersparen, ganz zu schweigen von den vielen Leben, die wir retten. Beim derzeit in Genf stattfindenden Weltgesundheitsministertreffen wird an die Welt appelliert, auf die Bedrohung der wiederauflebenden Polio eine Antwort zu finden. Alle Führenden der Welt müssen jetzt handeln. Wenn wir den globalen Aktionsplans für Polio-Notfälle für die nächsten zwei Jahre unterstützen, können wir die Polio-Bedrohung zu einer fernen und verblassenden Erinnerung werden lassen.




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Dokument erstellt am 2012-05-22 17:50:04


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