• vom 28.06.2012, 09:07 Uhr

Gastkommentare

Update: 10.07.2012, 07:21 Uhr
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Entscheidungen, die die Welt verändern


Von Robert Cvrkal, Bürgerjournalist

- 100.000de wenn nicht sogar Millionen Tote konnten vermieden werden.

- volkswirtschaftlicher Schaden der bereits Hunderte Milliarde Euro ausmachen würde konnte abgewendet werden.

- Gelebte Solidarität in Europa verwirklicht.

Ich spreche hier zunächst nicht von den Rettungsaktivitäten EFSM, ESM, Bankenunion, Fiskalunion usw. sondern vom Wiener Kanalnetz, welches auf Kaiser Josef I zurückgeht. Nach einer Choleraepedemie wurden die umliegenden Flüsse ins Wiener Kanalnetz (über 6000 km inkl. Hausanschlüsse) einbezogen und Wien wird seinem Slogan "Wien ist anders" wieder einmal gerecht, weil Wien als einzige Weltstadt 100 % seines Abwassers in den Entsorgungsbetrieben Simmering recyclet.

Wiens Kanäle wurden durch den Film der 3. Mann weltberührt, doch kaum ein Wiener macht sich über die Entsorgung der Abwässer Gedanken. Rund 500 Kanalräumer in Wien sorgen dafür, dass alles funktioniert, wobei deren Arbeit vor allem durch klumpendes Katzenstreu oder auch Damenstrumpfhosen (lassen sich auf 8 m Länge ausziehen und geben dann nach, womit unsere arbeitenden guten Geister dann unter Umständen in den Fäkalien landen) massiv erschwert wird. Um die Wiener Kanalanlagen beneiden uns viele Großstädte und es kommen viele Delegationen um diese näher zu studieren. Ich glaube kaum, dass die breitere Bevölkerung sich jemals Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkungen (siehe eingangs erwähnt)  ein gut funktionierndes Abwassersystem hat. Wenn ich eingangs von Solidarität gesprochen habe, dann meine ich damit, dass die Abwässer wenn sie Wien wieder verlassen und in die Donau fließen wieder Trinkwasserqualität haben, was international von großer Bedeutung ist , da die nachfolgenden Anrainerstaaten sehr oft auf von der Donau (z. B. Bratislava, Budapest) gespeistes Grundwasser angewiesen sind.

Wermutstropfen an der Erfolgsgeschichte der Wiener Kanäle ist der Umstand, dass diese bereits seit einiger Zeit verkauft sind und somit nicht mehr den Wienern und Wienerinnen gehören. Anzumerken ist weiters, dass in Wien derzeit das letzte Tafelsilber (historische Krankenhausanlagen - http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/448175_Das-Diktat-der-leeren-Kassen-und-deren-Auswirkungen.html) an den Mann gebracht werden soll.

Vergleicht man jetzt den Rettungsschirm "Abwasserreinigung" mit dem Euroschutzschirm, dann bin ich der Ansicht, dass das "Drüberfahren über die Interessen der Bevölkerung mehr stinkt als die Wiener Kanäle".



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-28 09:17:03
Letzte Änderung am 2012-07-10 07:21:56


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