• vom 30.07.2012, 13:31 Uhr

Gastkommentare

Update: 30.07.2012, 17:57 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (15)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Parlament

Rot-Grüne Schmierenkomödie ums Parkpickerl


Von Heinz-Christian Strache

  • Wenn SPÖ und Grüne das Parkpickerldiktat fortsetzen, brechen sie den demokratischen Grundkonsens unserer Stadt und Republik.

Heinz-Christian Strache ist Klubobmann der FPÖ.

Heinz-Christian Strache ist Klubobmann der FPÖ.© Parlamentsdirektion/WILKE Heinz-Christian Strache ist Klubobmann der FPÖ.© Parlamentsdirektion/WILKE

Die absurde Schmierenkomödie, die Rot und Grün in der Frage des Parkpickerls aufführen, kann man nur mehr als absolut letztklassig bezeichnen. Die Stadtregierung ist nach § 112b Abs 1 der Wiener Stadtverfassung verpflichtet, nach Einreichung von zumindest 57.000 Unterschriften innerhalb von vier Wochen eine Volksbefragung auszuschreiben und binnen weiterer zwei Monate abzuhalten.

Werbung

Wenn sich SPÖ und Grüne über die Verfassung hinweg- und das Parkpickerldiktat allein zum Wohle der ausufernden Budgetlöcher fortsetzen, brechen sie den demokratischen Grundkonsens unserer Stadt und Republik.

Die Argumentation der grünen Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, wonach eine Volksabstimmung zu Gebühren und Tarifen unzulässig sei, ist schon deshalb an der Grenze zur Verlogenheit, da sie in der Opposition noch am 18. 12. 2009 per Antrag im Gemeinderat die Abhaltung einer Volksabstimmung über die Tarife der Wiener Linien verlangt hat.

Und SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl hat selbst vor der Wahl 2010 mit der City-Maut ebenfalls eine Gebühr von der Bevölkerung abgefragt. Aber wenn 170.000 Wienerinnen und Wiener eine Volksbefragung verlangen, ist das plötzlich verfassungswidrig.

Der Linzer Universitätsprofessor Dr. Andreas Hauer vom Institut für Verwaltungsrecht und Verwaltungslehre stellt außerdem in einem von der FPÖ beauftragten Gutachten ganz eindeutig klar, dass es in der Fragestellung nicht um die nach der Wiener Stadtverfassung nicht zulässige Abstimmung über Gebühren geht, sondern um die "zeitliche Beschränkung des Parkens für ein bestimmtes Gebiet". Und die Befragung über diese ist selbstverständlich zulässig.

Das Gallup-Institut wiederum hat erhoben, dass 65 Prozent der Wiener Bevölkerung gegen das Parkpickerl sind. Vor einem derart klaren Volksentscheid hat der rot-grüne Despoten-Clan im Rathaus natürlich Angst. Diese unheilige rot-grüne Allianz sieht nur die 125 Millionen Euro vor ihren Augen, die sie mit der Inkasso-Aktion der Parkpickerl-Ausweitung bis zum Ende des Jahres 2013 erbeuten will.

Denn es geht allein ums Geld. Das Kontrollamt hat festgestellt, dass in den Jahren 2007 bis 2009 allein durch Kurzparkscheine und Handy-Parken 140 Millionen Euro einkassiert, aber nur 13 Millionen Euro für infrastrukturelle Maßnahmen für Autos ausgegeben wurden - 127 Millionen sind also in Brauners Budgetlöchern verschwunden. Das ist eine kalte Enteignung. Und den laufend erhöhten Einnahmen stehen immer weniger Parkplätze gegenüber - gerade unter der grünen Regierungsbeteiligung gibt es Parkplatzvernichtung in großem Stil.

Die FPÖ bleibt jedenfalls unerschütterlich bei ihrer Linie, ein kostenloses Parkpickerl für alle in Wien hauptwohnsitzgemeldeten Autofahrer bei gleichzeitigem Ausbau der Angebote für Einpendler einzuführen. Netzkartenbesitzer sollen in den P&R-Anlagen kostenlos, alle übrigen Autofahrer um 1 Euro am Tag parken dürfen. Das ist unser Ziel.




2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-30 17:29:07
Letzte Änderung am 2012-07-30 17:57:21


Beliebte Inhalte



Reinhard Göweil Demokratisch zustande gekommene Gesetze sind die Basis des funktionierenden Rechtsstaates. Der Gesetzwerdungsprozess im Parlament ähnelt manchmal dem...weiter

Walter Hämmerle. Wie soll eine liberale Demokratie - angenommen, bei Österreich handelt es sich um eine solche - mit Demonstranten umgehen...weiter

Reinhard Göweil Frankreich schreit auf und droht das EU-Mandat zum Freihandelsabkommen mit den USA zu blockieren. Es geht um den Medien- und Filmbereich...weiter

Reinhard Göweil Der G8-Gipfel, das war einmal das wichtigste diplomatische Treffen der mächtigsten Regierungschefs der Welt. Eigentlich sind es ja sieben...weiter

Walter Hämmerle. Sollte neben den Fidschi-Inseln tatsächlich auch das blockfreie Schweden, das ebenfalls gegen die Aufhebung des EU-Waffenembargos für Syrien kämpfte...weiter

Walter Hämmerle. Österreich zieht seine 380 am Golan stationierten UNO-Soldaten ab. Dem internationalen Ansehen des Bundesheeres wird damit ein Bärendienst erwiesen...weiter

Walter Hämmerle. Sollte neben den Fidschi-Inseln tatsächlich auch das blockfreie Schweden, das ebenfalls gegen die Aufhebung des EU-Waffenembargos für Syrien kämpfte...weiter

Reinhard Göweil Die entspannteren Internet-Benutzer schrieben E-Mails an den US-Geheimdienst NSA, er möge ihnen doch die leider vergessenen Bankomat-Passwörter...weiter

Reinhard Göweil Das brutale Vorgehen der Staatsmacht am Taksim-Platz in Istanbul und die martialischen Töne von Ministerpräsident Erdogan zeigen...weiter

Walter Hämmerle. Wie soll eine liberale Demokratie - angenommen, bei Österreich handelt es sich um eine solche - mit Demonstranten umgehen...weiter




Werbung




Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung