• vom 04.10.2012, 16:42 Uhr

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Gastkommentar

Die Zahlen der Glücksökonomie


Von Nikolai Haring

  • Österreich schneidet beim "Your Better Life Index" der OECD in einigen Bereichen gut ab - aber eben nicht in allen.

Nikolai Haring ist in Lehre und Forschung für Finanz- und Rechnungswesen an der FH Campus Wien tätig. Eine erweiterte Fassung dieses Gastkommentars erscheint in der Online-Zeitschrift "soziales_kapital".

Nikolai Haring ist in Lehre und Forschung für Finanz- und Rechnungswesen an der FH Campus Wien tätig. Eine erweiterte Fassung dieses Gastkommentars erscheint in der Online-Zeitschrift "soziales_kapital".© © Foto Weinwurm, 1070 Wien, www.fotoweinwurm.at Nikolai Haring ist in Lehre und Forschung für Finanz- und Rechnungswesen an der FH Campus Wien tätig. Eine erweiterte Fassung dieses Gastkommentars erscheint in der Online-Zeitschrift "soziales_kapital".© © Foto Weinwurm, 1070 Wien, www.fotoweinwurm.at

Um eine Gesellschaft zu verstehen, sind Statistiken hilfreich, die die wichtigen ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen menschlichen Handelns abbilden und in griffige Zahlen zu fassen vermögen. Der derzeit weltweit wohl bedeutsamste Versuch hierfür ist die OECD Better Life Initiative, die im Mai 2011 gestartet wurde und das Ergebnis einer Dekade Arbeit an diesem Thema ist. Es ist der Versuch, international vergleichbare Messgrößen des Wohlergehens zusammenzutragen.

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Der "Your Better Life Index" (BLI, www.oecdbetterlifeindex.org,, mit Links zu weitergehenden Analysen) ist ein sehr übersichtliches, interaktives Instrument, welches es ermöglicht, die Leistung einzelner Länder entsprechend den jeweiligen eigenen Präferenzen betreffend die Kategorien eines besseren Lebens miteinander zu vergleichen. Dieser Index beinhaltet elf "Dimensionen" des gesellschaftlichen Fortschritts. Zum einen sind das drei Kategorien, die über die materiellen Lebensbedingungen Auskunft geben: Verfügbarkeit und Qualität von Wohnraum, verfügbares Haushaltseinkommen und die Arbeitslosenquote, insbesondere die Langzeitarbeitslosigkeit. Zum anderen sind es acht Kategorien, die die Lebensqualität (objektive Lebensqualität einerseits und subjektives Wohlbefinden andererseits) messen sollen: Qualität der Bildung, Lebenserwartung und subjektive Einschätzung des Gesundheitszustands, Work-Life-Balance, Sozialkapital (Gemeinschaft), Sicherheit, Grad der Beteiligungsmöglichkeiten am politischen Prozess, Qualität der Umwelt und die grundsätzliche Lebenszufriedenheit.

Jedes Thema wird dabei durch ein bis drei spezifische Indikatoren abgebildet. Insgesamt sind derzeit 24 spezifische Messindikatoren in Verwendung, die sowohl harte Fakten als auch Umfragedaten umfassen. Auch Unterschiede zwischen Frauen und Männern sowie soziale Ungleichheiten werden dabei aufgezeigt.

Österreich schneidet beim Einkommen, bei der Jobsituation, der Gemeinschaft, der Sicherheit, dem zivilen Engagement und der Lebenszufriedenheit gut ab. Wenig zufriedenstellend im Vergleich zu anderen Ländern sind hingegen die Ergebnisse in den Bereichen Bildung und Work-Life-Balance.

Auch wenn die Auswahl der BLI-Kategorien und -Indikatoren selektiv ist, sind es brauchbare Anhaltspunkte dafür, was in einer Gesellschaft gut läuft und was schlecht. Natürlich gilt es hier, die Datenqualität sicherzustellen und etwaige statistische Lücken zu schließen: So wird zwar das finanzielle Haushaltsvermögen erfasst, nicht jedoch das reale (wie zum Beispiel Immobilien), geschweige denn das immaterielle.

Globale Initiativen wie die OECD Better Life Initiative sind äußerst wichtig, da heutzutage viele Herausforderungen grenzüberschreitend sind, was eines holistischen und kohärenten Ansatzes sowie in weiterer Folge weltweiter Koordinationen und gemeinsamer Anstrengungen bedarf, um sie erfolgreich zu bewältigen. Ein international vergleichbares Set an Messindikatoren des Wohlergehens kann die Basis dafür bereitstellen.




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Dokument erstellt am 2012-10-04 16:47:04


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