• vom 17.10.2012, 07:34 Uhr

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Update: 29.11.2012, 16:57 Uhr
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Obama vs Romney

Von Alleinerziehenden und Vögeln


Von denise-a. langner-urso (Bürgerjournalistin)

Es ist erschreckend, wenn man sieht, wen die Republikaner gegen Obama ins Rennen um die Präsidentschaft schicken. Mitt Romney hat heute sein wahres Gesicht gezeigt, die hässliche Fratze der Republikaner aufgesetzt.


Welches Leben zählt mehr, so könnte man fragen, das Leben des
Bankkontos oder das Leben von Tieren, und da war Romneys Aussage
eindeutig. Was kümmern schon ein paar Tiere, wenn es um Profit geht.
Romney beschreibt sich als Christ. Ein Christ aber schätzt das Leben,
auch das von Tieren. Nur ein paar Vögel? Nur ein paar Fische! Wenn es
um Öl geht, kennt Mitt Romney keine Gnade, Naturschutz ist unwichtig.
Eine kleine Ölkatastrophe, Küsten betroffen, Existenzen vernichtet, na
und? Hauptsache das Bankkonto lebt. Was ist das nur für ein Christ, der
meint, das Leben von Tieren zähle weniger, als das von Menschen? Was ist das für ein Christ, der meint das Leben des Bankkontos, der Profit
stehe über allem?

Und ja, der Kandidat beleidigt eben ganz nebenbei Alleinerziehende.
Übrigens gibt es viele Witwen und Witwer, die ihre Lieben in Kriegen
verloren haben, die ihre Kinder deshalb ohne zweites Elternteil
aufziehen müssen.

Die Kinder solcher Menschen also werden zur Gewaltbereitschaft
erzogen? Das ist krank, Mitt Romney! Und was rät der Kandidat? Heiraten
natürlich, weil in normalen Ehen Kinder gewaltfreie Menschen werden. Was
aber bitte sollen Witwen tun? Sich wie leichte Mädchen an die
Straßenecke stellen und den nächsten unverheirateten Mann vor den
Traualtar zwingen? Womöglich mit vorgehaltener Waffe?
Kinder Alleinerziehender also sind gewaltbereiter? Nur die Familie
garantiert Gewaltfreiheit?

Prügelnde Ehemänner, die gibt es nicht in Romneys kleiner Welt, misshandelte Kinder auch nicht, Vergewaltigungen in der Ehe und von eigenen Kindern, auch davon hat Romney vermutlich nie gehört, will davon nichts wissen. Das also ist Mitt Romneys Weltsicht.

Welche Verachtung derer, die ohne Partner leben müssen, leben wollen!
Das war absoluter Bullshit, Mister Romney! Darf man also davon
ausgehen, dass sie als Präsident ganz schnell eben Familienväter und
Mütter vom Militärdienst befreien, oder wollen Sie als nächster
Präsident dafür verantwortlich sein, eine Menge mehr an Kindern zu
produzieren, deren Väter und Mütter fallen? Solche Halbwaisen wachsen
dann nämlich auch nicht mehr in einer Ehe auf. Oder schaffen sie
demnächst Mietväter- und Mietmütteragenturen, damit das Kind in einer
eheähnlichen Gemeinschaft aufwächst, wenn ein Elternteil im Krieg ist?
Gibt es demnächst Heiratsagenturen für Kriegswitwen und Kriegswitwer,
damit Mann oder Frau umgehend wieder heiraten, um nicht in Gefahr zu
geraten, kriminellen Nachwuchs aufziehen zu müssen?

Oder war es einfach nur dümmliche, populistische, versteckte Hetze
gegen Menschen, die nicht heiraten wollen? Gegen Menschen, die sich
scheiden lassen, wegen Gewalt in der Ehe, weil es dem psychischen Wohl
von Kindern eben nicht zuträglich ist? Oder meint der Kandidat gar, eine
Ehe, auch, wenn ein Partner verstirbt, garantiert über den Tod hinaus
gewaltfreie Kinder? Weil es eben eine Ehe gab? Romney, wie tickeen Sie
eigentlich?

Wie krank ist so ein Weltbild? Und natürlich meint der gute Christ
Romney ja auch die Edelfamilie aus Adam und Eva, eine andere Version
dürfte für einen wie ihn wohl kaum zur Diskussion stehen.
Soviel zu den unterschiedlichen Ansichten der Kandidaten. Mehr ist zu
diesem Abend nicht zu sagen, es fehlen einem die Worte für solche
heuchlerische Verlogenheit eines, der es wagt sich als Christ zu
bezeichnen.

Wenn es um Würde geht, das hat Romney bewiesen, dann meint er
höchstens jene, die an der Börse handelbar ist, dann meint er die, die
in sein engstirniges, prüdes Weltbild aus Zahlen, steigenden Kursen und
Reichtum passt. Und schützenswert ist dort nichts, ausser dem jeweiligen
Kontostand, und für den geht einer wie er vermutlich nicht nur über
Vogelleichen.

Romney, ein Christ, der nur ein solcher ist, wenn es um ihn selbst geht, wenn es um seinen Wahlkampf, seine Karriere geht.
Stünde nur das zur Wahl, dann hätte Obama vermutlich heute die Wahl für sich entschieden.

Wir werden ja sehen, wie christlich es ist, dieses neoliberale
Amerika, denn schaut man hinter die verlogene Fassade, so entdeckt man
dahinter bei einem wie Romney nicht das geringste Mitgefühl, dann ist
dort ein Loch, wo normale Menschen Herzen haben, dann bleibt die
Menschlichkeit völlig auf der Strecke, dann sieht man nur Dollarzeichen
in leeren Augenhöhlen.

©denise-a. langner-urso/menschenzeitung.de




Schlagwörter

Bürgerjournalismus

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-17 07:36:55
Letzte Änderung am 2012-11-29 16:57:46


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