• vom 19.10.2012, 05:49 Uhr

Gastkommentare

Update: 29.11.2012, 16:57 Uhr
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Europa

Joseph Stiglitz Interview - Der Preis der Ungleichheit (und Europa)


Von denise-a. langner-urso (Bürgerjournalistin)

Der Nobelpreisträger für Wirtschaft Joseph Stiglitz hat dem ORF ein Interview gegeben, das auch ähnlich auf Arte ausgestrahlt wurde.


Bemerkenswert daran ist, dass unsere öffentlich rechtlichen
Fernsehanstalten zu so einer Ausstrahlung scheinbar nicht bereit sind,
denn es kann nicht sein, was nicht sein darf, die Armen werden ärmer,
die Reichen immer reicher, und natürlich darf ein politisch
kontrollierter Sender nicht behaupten, dass Europa derzeit mitten in
einer Großen Depression wie in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts
steckt. Arte war mutig genug, und andere Sendeanstalten ebenfalls,
diesem Kopf Sendezeit zu gewähren. Monitor hat ebenfalls über dieses
Interview berichtet, das die gesamte Politik der Frau Merkel kritisiert,
das Kaputtsparen ganzer Staaten.

Bedauerlich, auf Arte lief das Interview zu einer Zeit, zu der eben
normale Bundesbürger arbeiten mussten, am Montag, den 15. Okt 2012, um 16:29. So etwas nämlich soll der Bundesbürger nicht wissen, er gehört
eingelullt, damit er ruhig bleibt, für ihn genügt es, wenn man ihn mit
Angela Merkels Heimatbildern aus der Uckermark in der ARD und mit
verschwundenen Frauen im ZDF beschäftigt. Er soll sich ja nicht zu sehr
aufregen, damit er nicht zum Wutbürger mutiert, davon hat man in
Stuttgart bereits genug, und unter gar keinen Umständen darf der Bürger
vor Wut am Herzinfarkt sterben, das könnte die Wirtschaft schwächen.
Das Fatale an all dem ist, dass Deutschland derzeit eine
Bundesregierung hat, die nach amerikanischem Vorbild von Lobbyisten der
Wirtschaft am Nasenring durch die Manege geführt wird, was viele
Deutsche nicht sehen sollen und wollen.

Über Angela Merkel wird versucht, der gesamten EU eine Agenda zu verkaufen, sie allen Staaten überzustülpen, die alleine dazu dienen soll, eine exportorientierte Wirtschaft voran zu treiben. Doch, wer dabei nicht darauf achtet, dass der Innenmarkt stabil bleibt, der kann nur verlieren, denn wenn irgendwann zu geringe Löhne gezahlt werden, dann können Menschen selbst in Deutschland in ein paar Jahren sich keine Neuwagen ect. mehr kaufen.

Die Immobilienpreise werden ins Bodenlose fallen, Menschen werden
enteignet werden, weil sie sich ihr Eigentum nicht mehr werden leisten
können, auch in Deutschland wird die Wirtschaft zusammenbrechen, es wird Großdemonstrationen wie in Griechenland geben, wenn Altersarmut und Arbeitslosigkeit um sich greifen.

In den Geschichtsbüchern unserer Urenkel wird man die Krise Angela
Merkel und der derzeitigen Bundesregierung zuschreiben. Und es beginnt
ja schon jetzt. Die Aufträge aus den Nachbarstaaten brechen weg. Es
kommt zu Entlassungen. Und erneut wird nicht gesagt, woran das liegt, im
Gegenteil, man versucht geschickt das problem auf die Energiewende zu
schieben. Reines Kalkül, mit starken Lobbyisten im Hintergrund.
Vielleicht wird man auch noch etwas abwarten, und dann wird man
erneuerbare Energien so verteufeln, weil der Bürger Zusammenhänge nicht erkennt, dass man eventuell die komplette Kehrtwende verkaufen kann. Mal sehen, wie lange sich die Bürger über die eigentlichen Ursachen
täuschen lassen.




Schlagwörter

Bürgerjournalismus

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-19 05:53:26
Letzte Änderung am 2012-11-29 16:57:25

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