• vom 24.10.2012, 18:16 Uhr

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"Über einen Lügner komme Allahs Strafe"


Von Clemens M. Hutter

  • Das Verfahren und das Urteil gegen den Arzt Eugen Adelsmayr in Dubai verstoßen krass gegen das im Koran geoffenbarte Wort Gottes.

Clemens M. Hutter war Ressortchef Ausland der "Salzburger Nachrichten".

Clemens M. Hutter war Ressortchef Ausland der "Salzburger Nachrichten".© Copyright 2008 Clemens M. Hutter war Ressortchef Ausland der "Salzburger Nachrichten".© Copyright 2008

Dubais Justiz befand, dass der österreichische Arzt Eugen Adelsmayr den Tod eines Patienten verschuldet habe, und verurteilte ihn zu lebenslanger Haft. Vorsichtig formuliert: Daran verblüfft, dass drei Fachgutachten zugunsten Adelsmayrs unberücksichtigt blieben und jenes der zuständigen Behörde bei der Übersetzung aus dem Englischen ins Arabische von 25 auf 6 Seiten schmolz. Die verschwundenen 19 Seiten hätten ihn aber entlastet.

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Das erhärtet den US-Menschenrechtsbericht 2010: Dubais Verfassung schreibe zwar eine unabhängige Justiz vor, die politische Führung überprüfe dennoch Urteile, und das begünstige fragwürdige Beweisführung und Vetternwirtschaft. Hinzu kommt, dass diese Verfassung westliche Rechtsgrundsätze mit dem islamischen Scharia-Recht vermischt und kein Gesetz gegen die Scharia verstoßen darf.

Die Rechtswissenschaft zivilisierter Staaten wird dieses Urteil an den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und den Menschenrechten messen. Die Scharia basiert aber auf dem Koran, der Offenbarung Allahs an den Propheten Mohammed. Da lässt Allahs Wort in Sure 16, Vers 57 keine Zweifel offen: "Ihr werdet einst einer falschen Erdichtung wegen zur Rechenschaft gefordert." Hingegen werden die Gottesfürchtigen im Paradies "weder eitles Geschwätz noch Lügen hören" (Sure 78, Vers 36). Der Koran begreift als Lüge auch Heuchelei und Schwindeln. Das richtet bereits jene, die ein entlastendes Gutachten krass manipuliert, einen Angeklagten zum Kronzeugen umgedreht, ihn dafür mit Freispruch belohnt und daher ein falsches Urteil gefällt haben.

Dass Dubais Justiz vom rechten Weg Allahs und von der Rechtskultur der zivilisierten Welt abweicht, irritiert umso nachhaltiger, als dieses reiche Emirat doch sonst alle materiellen Annehmlichkeiten der "Ungläubigen" übernimmt - bis zur größten Skihalle der Welt.

Der Koran wertet die fünf Bücher Mose als "heilige Schriften" und moralische Richtschnur, daher auch die von Gott geoffenbarten Zehn Gebote. Deren achtes verbietet, ein falsches Zeugnis zu geben, also zu lügen. Aus dieser moralischen Pflicht ergeben sich logisch weitere Vorschriften des Koran. "O Gläubige, bleibt bei der Wahrheit. Schwört und handelt nur nach der Gerechtigkeit" (4, 136). Dennoch haben die Manipulanten eines Fachgutachtens und das Gericht gegen Wahrheit und Gerechtigkeit verstoßen. Wenn der Koran schon feststellt, dass Juden und Christen "eine offensichtliche Sünde begehen, weil sie Lügen gegen Allah ersinnen" (4, 77), dann gilt für alle Muslime umso mehr: "Sprecht mit eurer Zunge nicht Lügen aus." (16, 117)

Wer stiftete die Schwindler in Dubai an oder deckt sie? Einerlei, ihnen allen droht der Koran: "Ist jemand ein Lügner, so komme Allahs Strafe über ihn." (40, 21) Und: "Wehe jedem lügenhaften Sünder!" (45, 8) Zu allem Überfluss diskreditiert Dubai mit dem Fall Adelsmayr noch die große Mehrheit der Muslime.

Welche politische oder religiöse Autorität in Dubai stört das alles? Ob Dubais nächsthöhere juristische Instanz dieses Lügengewebe zerreißt?




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Dokument erstellt am 2012-10-24 18:23:04


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