• vom 29.10.2012, 17:30 Uhr

Gastkommentare

Update: 09.11.2012, 18:08 Uhr
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Gastkommentar

Unternehmensgründungen beleben die Wirtschaft


Von Georg Kapsch

  • Die Regierung hat mittlerweile erkannt, wie wichtig Start-Up-Unternehmen für den Wirtschaftsstandort sind - es gibt aber noch viel zu tun in Österreich.

Georg Kapsch ist Präsident der Präsident der Industriellenvereinigung. Er ist seit Oktober 2001 CEO der Kapsch AG, im Dezember 2002 übernahm er auch den Vorstandsvorsitz in der Kapsch TrafficCom.

Georg Kapsch ist Präsident der Präsident der Industriellenvereinigung. Er ist seit Oktober 2001 CEO der Kapsch AG, im Dezember 2002 übernahm er auch den Vorstandsvorsitz in der Kapsch TrafficCom.© APA/HANS KLAUS TECHT Georg Kapsch ist Präsident der Präsident der Industriellenvereinigung. Er ist seit Oktober 2001 CEO der Kapsch AG, im Dezember 2002 übernahm er auch den Vorstandsvorsitz in der Kapsch TrafficCom.© APA/HANS KLAUS TECHT

Bei den Themen "Entrepreneurship", "unternehmerische Entfaltungsmöglichkeiten" und "Dynamik" gibt es in Österreich zweifellos noch Optimierungsbedarf – auf politischer, aber auch auf individueller Ebene. Ein neues Unternehmen zu gründen erfordert Mut, Weitsicht und den Willen, anzupacken. Das wiederum bedeutet, dass die Köpfe von "Start ups" Eigenverantwortung übernehmen sowie selbständig denken und vor allem handeln müssen. Viele Österreicherinnen und Österreicher haben gleichzeitig ein starkes Sicherheitsbedürfnis, daher stehen sie dem Unternehmertum oft skeptisch gegenüber. Hinzu kommt, dass es in unserem Land keine Kultur des Scheiterns gibt. Während man in den USA im Falle einer Insolvenz einfach mit einer neuen Idee einen Neustart durchführt, ist man hierzulande zumeist stigmatisiert. Dieser Angst und der daraus resultierenden Hemmung muss entgegengewirkt werden. Denn gibt es keine oder zu wenige Neugründungen, fehlen uns neue Unternehmen, aus denen die Leitbetriebe von morgen werden können.

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Auch wenn nach der Statistik Austria die Zahl der Neugründungen im Jahr 2010 im Vergleich zu 2009 und laut Technologiebericht 2012 die Anzahl der Spinoffs leicht zugenommen haben, müssen wir in Österreich für gründungsfreundlichere Rahmenbedingungen sorgen. Denn nach wie vor ist der Anteil an jungen, schnell wachsenden Unternehmen in Österreich im internationalen Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt und Maßnahmen zur Erleichterung wurden im vergangenen Jahr gemäß Ranking der Weltbank ("Doing Business") kaum umgesetzt.

Gründungen forcieren den Strukturwandel, indem sie Stärkefelder für Österreichs Wirtschaft erschließen und durch Innovationen den Wettbewerb ankurbeln. Dies wiederum erhöht die Leistungsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft. Der Staat muss daher die ganz spezifischen Probleme junger Unternehmen, wie bürokratische Verfahren zur Beantragung eines Gewerbes, Abwicklung von Patentfragen, wie auch das Aufbringen hoher finanzieller Mittel bei Gründung einer Gesellschaft möglichst erleichtern.

Die Regierung hat mittlerweile erkannt, wie wichtig "Start up"-Unternehmen für den Wirtschaftsstandort Österreich sind und begonnen, vereinzelt Maßnahmen zu setzen. Eine begrüßenswerte Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend sowie des Bundesministeriums für Finanzen ist beispielsweise die Jungunternehmer-Offensive und etwa auch die BMVIT-Aktivität "Innovationsland Österreich". Ab dem Jahr 2013 stehen zusätzliche 110 Millionen Euro für Innovationskraft zur Verfügung, die schrittweise investiert werden sollen. Ziel der Offensive ist es, neuen Ideen stärker zum Durchbruch zu verhelfen und den Weg in die Selbstständigkeit zu erleichtern. Es gibt also noch viel zu tun in Österreich, um jungen Unternehmen bei ihrem Start zu helfen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-29 17:38:12
Letzte Änderung am 2012-11-09 18:08:35


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