• vom 12.05.2016, 12:50 Uhr

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Update: 12.05.2016, 12:56 Uhr

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Der Kampf gegen Krebs fördert auch die Wirtschaft




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Von Marianne Thyssen


    Marianne Thyssen ist EU-Kommissarin für Soziales und Beschäftigung.

    Marianne Thyssen ist EU-Kommissarin für Soziales und Beschäftigung. Marianne Thyssen ist EU-Kommissarin für Soziales und Beschäftigung.

    Vor etwas mehr als zwei Monaten stieß die EU-Kommission eine breite europaweite Debatte über die sozialen Werte und Rechte in der heutigen Gesellschaft an. Die Ergebnisse dieser Debatte sollen letztlich in eine "europäische Säule sozialer Rechte" einmünden und Europa in sozialen Fragen auf ein "Triple A"-Niveau bringen. Auf ein "Triple A" im sozialen Bereich hinzuarbeiten bedeutet, den Alltag der Menschen zu verbessern, bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Entwicklungen wie der Globalisierung, der Veränderung von Arbeitsmodellen oder der Alterung der Gesellschaft.

    Dazu gehört auch, die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer so zu verbessern, dass sie besser gegen Unfälle oder Berufskrankheiten geschützt sind. Der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz muss sich durch das gesamte Arbeitsleben ziehen, und genau darauf zielt mein Vorschlag ab: nämlich strengere EU-Vorschriften, mit denen die Gefährdung durch krebserregende Stoffe am Arbeitsplatz verringert wird. Krebs bildet das größte Gesundheitsrisiko für Arbeitnehmer in der EU. Zwar hat Krebs zweifellos vielfältige und komplexe Ursachen, aber umso klarer und einfacher sollte unsere Antwort sein: Wir müssen so weit wie möglich vermeiden, dass Arbeitnehmer krebserregenden Stoffen ausgesetzt sind.

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    Ich habe daher vorgeschlagen, neue Belastungsgrenzen für 13 krebserregende Stoffe am Arbeitsplatz einzuführen. Gegenwärtig sind rund 20 Millionen erwerbstätige Menschen in der EU mindestens einem dieser Stoffe ausgesetzt. Durch den Vorschlag können in den nächsten 50 Jahren 100.000 Menschenleben gerettet, noch mehr vor Krebsleiden bewahrt und nebenbei auch die durch Krebs verursachten ökonomischen Kosten gesenkt werden.

    Für den Schutz und die Sicherheit der europäischen Arbeitnehmer zu sorgen, steht ganz oben auf meiner Prioritätenliste. Aber auch die Arbeitgeber, die EU-Mitgliedstaaten und die Wirtschaft profitieren von dem Vorschlag: Die Arbeitgeber, weil sie ihre Arbeitskräfte besser schützen können, was wohl auch in ihrem Interesse liegt. Jetzt haben sie konkrete und messbare Größen, an die sie sich halten können, mit dem Ergebnis, dass ihnen dann länger gesunde, qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Die EU-Mitgliedstaaten profitieren, weil die Krankenkassen entlastet werden, weil weniger Kosten für die Behandlung und Nachsorge von Krebspatienten anfallen. Und die Wirtschaft insgesamt profitiert von einer höheren Produktivität und einer Entlastung der öffentlichen Finanzen.

    Jedes Risiko auszuschalten ist nicht möglich, weder im Leben noch bei der Arbeit. Aber dort, wo wir Gefahren minimieren und Menschenleben retten können, müssen wir handeln. Das ist der Zweck meines Vorschlags, und ich werde mich dafür einsetzen, dass bei weiteren chemischen Stoffen neue Belastungsgrenzen eingeführt werden. Europa soll auch künftig nach Auswertung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und ausführlichen Gesprächen mit den Sozialpartnern in Fragen der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz weltweit Maßstäbe setzen.

    Krebs bildet das größte Gesundheitsrisiko für Arbeitnehmer in der EU. Wir müssen so weit wie möglich vermeiden, dass sie krebserregenden Stoffen ausgesetzt sind.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2016-05-12 12:53:05
    Letzte nderung am 2016-05-12 12:56:04



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