• vom 04.09.2017, 17:43 Uhr

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Bildung ist ein Recht, kein Privileg




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Von Andreas Schieder

  • Parlament
  • 5000 Lehrer zusätzlich - damit alle Kinder bestmöglich gefördert werden.

Andreas Schieder ist Klubobmann der SPÖ.

Andreas Schieder ist Klubobmann der SPÖ. Andreas Schieder ist Klubobmann der SPÖ.

Für mehr als 38.000 Kinder in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland hat mit dem ersten Schultag ein aufregender neuer Lebensabschnitt begonnen; für rund 50.000 Taferlklassler aus Süd- und Westösterreich ist es nächste Woche so weit.

In welchem Bildungssystem werden sie ihre Lernerfahrungen machen? Ich wünsche mir für unsere Kinder eine Schule, die die Freude am Lernen und die Neugier, wie sie alle Schulanfänger haben, erhält. Eine Schule, die sie für die Berufswelt und das Leben im 21. Jahrhundert rüstet, ihnen das nötige Wissen und soziale Kompetenzen mitgibt und sie als kritisch-selbstbewusste Persönlichkeiten stärkt. Eine Schule, die allen (!) Kindern die Chance auf eine gute Ausbildung gibt und ihre Talente fördert - unabhängig von Schulabschluss, Einkommen oder Herkunft ihrer Eltern.

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Die Fähigkeiten, das Wissen, die Talente der Menschen sind der Reichtum unserer Gesellschaft. Deshalb haben wir auch zuletzt wichtige Fortschritte für die Schüler, Lehrer und Eltern durchgesetzt. Ganz zentral ist dabei der Ausbau der Ganztagsschulen. 750 Millionen Euro nehmen wir in den nächsten Jahren in die Hand, damit im Jahr 2025 alle Kinder in ihrem Wohnumfeld ein Angebot für einen ganztägigen Schulplatz vorfinden. Das ent-
lastet nicht nur die Eltern, sondern bietet auch bessere Förderung, wie alle Studien zeigen. Auch das große Bildungsreformpaket, das wir vor dem Sommer im Parlament beschlossen haben, bringt wichtige Fortschritte wie mehr Autonomie für die einzelnen Schulen bei der Gestaltung des Schulalltags und der Auswahl der Lehrer oder effizientere Verwaltung in Schulcluster. Erste Teile treten bereits jetzt in Kraft. So auch die neue verbindliche Übung "Digitale Grundbildung", die ab Herbst in vorerst 169 Schulen, ein Jahr später dann flächendeckend, in der Unterstufe eingeführt wird - ein erster wichtiger Schritt zur Schule 4.0. Die digitale Welt stellt uns vor große Herausforderungen, umso wichtiger ist es, schon in der Schule den Umgang damit zu vermitteln und die Schüler mit kostenlosen Tablets und Laptops auszustatten.

Wir müssen alle Kinder fit machen für die Herausforderungen des (Berufs-)Lebens. Leider gelingt das derzeit nicht gut genug. Noch immer schließen zu viele Jugendliche die Schule ab, ohne sinnerfassend lesen zu können. Auch internationale Studien etwa der OECD sagen, dass Österreich Nachholbedarf bei der Chancengleichheit im Bildungssystem hat. Viele Schüler, die besondere Förderung bräuchten, bekommen nicht die nötige Unterstützung. Das ist nicht akzeptabel, wir dürfen kein Kind zurücklassen. Deshalb will die SPÖ Schulen mit besonders großen Herausforderungen in Summe rund 5000 zusätzliche Lehrer zur Verfügung stellen. Ermittelt werden diese Schulen nach einem "Chancenindex". Standorte, wo viele Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache sind oder deren Eltern nur Pflichtschulabschluss haben, bekommen zusätzliches Personal, um die Schüler bestmöglich fördern zu können. Die Finanzierung dafür muss der Finanzminister sicherstellen. Denn Bildung ist ein Recht, kein Privileg.




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Dokument erstellt am 2017-09-04 17:48:06



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