• vom 06.09.2017, 17:30 Uhr

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Update: 07.09.2017, 10:54 Uhr

Rechtskommentar

Gleiche Rechte für chronisch kranke Kinder




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Von Peter Fichtenbauer

  • Vor allem in der Schule erleben Kinder mit Krankheiten wie Diabetes oder Asthma oft Ausgrenzung und Diskriminierung.





In Österreich sind etwa 190.000 Kinder von chronischen Erkrankungen betroffen. Experten weisen drauf hin, dass die Erkrankungen zunehmen, so tritt beispielsweise Diabetes des Typs A bei immer mehr Menschen im Kindesalter auf. Der Grund dafür ist noch nicht bekannt, unumgänglich ist aber, dass die Gesellschaft auf diese Situation reagieren muss. Kinder mit chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Asthma, Epilepsie oder Mukoviszidose können und dürfen von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nicht ausgeschlossen oder durch bürokratische Hürden daran gehindert werden.

Für die Kinder und deren Familien ist der Umgang mit der Erkrankung eine große Aufgabe, die aber besonders von den Kindern selbst oft hervorragend bewältigt wird. Sie werden regelrecht zu kleinen Spezialisten bei der Bewältigung des Alltags und der medizinischen Notwendigkeiten. Auch die Eltern und Geschwister können zumeist sehr gut mit der Erkrankung umgehen, sodass den Kindern, solange sie im familiären Umfeld sind, kaum auffällt, dass sie "anders" sind.


Beschwerden der Eltern über Verweigerung des Schulbesuchs

Diabetes des Typs A tritt bei immer mehr Menschen bereits im Kindesalter auf.

Diabetes des Typs A tritt bei immer mehr Menschen bereits im Kindesalter auf.© Fotolia/pavlovski Diabetes des Typs A tritt bei immer mehr Menschen bereits im Kindesalter auf.© Fotolia/pavlovski

An Grenzen stoßen sie erst dann, wenn sie außerhalb der Familie in staatliche Obhut kommen. Es beginnt mit dem Besuch des Kindergartens und setzt sich mit dem Schulbesuch fort. Erste negative Erfahrungen wie Ausgrenzung, Diskriminierung und Zurückhaltung von Mitmenschen werden gemacht, deren Auslöser die Erkrankung ist. Betroffene Eltern berichteten von Fällen, in denen Lehrer sie ersuchten, sich jederzeit während des Unterrichts vor der Schule im Auto bereitzuhalten, falls das Kind Unterstützung benötige. Auch sollen Lehrer ohne Rücksicht auf die Diabetes-Erkrankung Kindern verboten haben, während des Unterrichts die unbedingt notwendigen Essenseinheiten einzuhalten, da essen nur während der Pause erlaubt sei.



Die Beschwerden der Eltern gingen bis hin zur Verweigerung des Kindergarten- und Schulbesuchs, weil man über zu wenig beziehungsweise nicht qualifiziertes Personal verfüge. Mitschüler gehen mit Schulkollegen, die Medikamente einnehmen oder den Blutzuckerwert bestimmen müssen, in der Regel unbefangen um, aber nicht immer die Lehrer: Sie sollen Kinder für einfache medizinische Verrichtungen mitunter in ein anderes Zimmer geschickt haben, damit sie den Unterricht nicht stören.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-06 17:09:19
Letzte nderung am 2017-09-07 10:54:11



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