Hilde Weiss

Der Zweck ist das Ziel4


Nimmt man Wörter ernst, wird manches etwas deutlicher: Eine Sackgasse ist aus sprachlicher Sicht ganz anschaulich ein Sack (und hieß früher auch so). Das kann einen in Verlegenheit bringen, "in Verliegenheit" - ursprünglich (vom mittelhochdeutschen Verb verligen für verderben, durch Liegen Schaden nehmen) ein scheltender Ausdruck für Untätigkeit... weiter

Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.



Holger Rust

Verhandlung in Echtzeit1


Allein der Begriff: Verhandlungspartner! Klingt nach entspannter Atmosphäre, zielstrebiger Konsensorientierung und zivilisierter Professionalität. Wir wissen es aber besser: Der Begriff verschleiert die wahre Konstella-tion: Es sind Gegner! Charmant, ja, aber auch raffiniert und listig dabei, eigene Vorteile zu sichern... weiter

Holger Rust, geboren 1946, ist Publizist und Professor für Soziologie in Hannover.



Matthias G. Bernold

Festmahl des Bösen3


Das Böse kommt in vielerlei Gestalt. Das wissen wir nicht erst seit Quentin Tarantinos jüngstem Streifen, "The Hateful 8", einem eigenwilligen Lehrstück über Töten und Moral, das derzeit in den Kinos läuft. Vielleicht schlimmer als die Vielfältigkeit des Bösen ist, dass es sich nicht für jeden gleichermaßen als solches darstellt... weiter

Matthias G. Bernold, geboren 1975, lebt als Journalist in Wien.



Severin Groebner

Think Big!8


Der freiheitliche Präsidentschaftskandidat ist ein Mann mit Weitblick. Er möchte das Amt des Bundespräsidenten und das des Bundeskanzlers zusammenlegen. Nicht schlecht, aber warum macht er auf halbem Weg halt? Eigentlich brauchen wir doch ein noch viel größeres Amt. Warum nicht auch noch den Posten des Nationalratspräsidenten... weiter

Severin Groebner istKabarettist. Sein aktuelles Programm "Vom kleinen Mann, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf g’schissen hat" spielt er am 25. und 26. Februar im Theater Forum Schwechat.



Claudia Aigner

Wie heißt die Hauptstadt von Italien? Teherom!64


Die Baumärkte haben wahrscheinlich längst eine Großbestellung für Holzbrettln aufgegeben. (Und proben schon einen neuen Werbeslogan: "Es gibt immer was einzusargen.") Um vorbereitet zu sein, wenn die Wiener ihre Esskultur wegpacken müssen. Also sämtliche Würschtlstandln. Wegen der Gastfreundschaft. Weil sich halt irgendwer denkt... weiter




Robert Sedlaczek

Flachbildschirm und Gesichtserker9


In der letzten Folge der "Promi-Millionenshow" ist eine Schauspielerin gefragt worden, wie der Bulbus olfactorius, der an der vorderen Basis des Gehirns liegt, im allgemeinen Sprachgebrauch genannt wird. Von den vier möglichen Antworten sind mir zwei in Erinnerung geblieben: Riechkolben und Gesichtserker... weiter

Robert Sedlaczek ist der Autor zahlreicher Bücher über die Sprache, zum Beispiel: "Das österreichische Deutsch".



Hilde Weiss

Zeit, einen Zwieback auszubringen3


Keine trockene Sache: Teich zum Beispiel war ursprünglich ein Wort für trockenes Tal. Müll war - vom mittelhochdeutschen Verb müllen für zerreiben, mahlen - ein Wort für Staub, feine Erde. Und beim Elixier hat man es, beeinflusst vom griechischen Wort xeríon für Trockenes, trockenes Heilmittel, mit dem arabischen Begriff al-iksir für trockene... weiter

Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.



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