
Natürlich ist es für eine Stadt eine Auszeichnung, Veranstaltungsort von Olympischen Spielen, einer Fußball- oder Ski-Europameisterschaft oder des Eurovision-Songcontests zu sein. Da wird gebaut, geputzt und verschönert, damit man sich auch ja von seiner besten Seite zeigt und in guter Erinnerung bleibt. Doch der Zweck heiligt nicht immer die Mittel und schon gar nicht, wenn es dabei um Leben geht. Allerdings hat man sich diesbezüglich weder in Peking Gedanken gemacht noch - aktuell - in Kiew, Lemberg, Baku oder Sotschi. Das Straßenbild muss schön sein, und deshalb müssen vor allem die Streunerhunde und -katzen weg. Doch weil Tierschutz in diesen Ländern keinen Stellenwert hat und man auch kein Geld für selbigen ausgeben will, werden die armen Tiere nicht in Tierheime gebracht (die es in diesen Ländern kaum gibt), sondern man entledigt sich ihrer endgültig: durch Erschlagen, Vergiften, Erschießen und andere brutale Methoden. Aber was ist schön an Straßen, die mit dem Blut unschuldiger Opfer getränkt sind? Soll das das Bild sein, an das sich die Menschen erinnern? Es mag vielen lächerlich erscheinen, angesichts der Massaker in Syrien auf das Leid von Straßentieren hinzuweisen, doch wenn wir nicht lernen, gut und liebevoll mit den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft, nämlich den Tieren, umzugehen, werden wir auch andere Menschen nie gut behandeln. Das wusste sogar schon Immanuel Kant . . .
Die Beschäftigung mit Kindern und Monstern führt einen ja zwangsläufig zur Frage, wer denn da eigentlich die größeren Ungeheuer sind: die imaginierten...weiter