• Artikel vom 20.02.2012, 15:32 Uhr

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Update: 20.02.2012, 16:24 Uhr
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Sprachschätze

Metallischer Ohrenschmaus


Von Hilde Weiss
  • Ob Cash oder Kies, Knete, Kohle oder Kröten, Marie, Mäuse, Moneten, Moos, Peseten, Piepen, Taler, Zaster - sprachlich sind wir alle reich.

Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen. Hilde Weiss ist Journalistin und Übersetzerin. Veröffentlichungen auch in mehreren deutschen Zeitungen.

Wie die meisten Geldwörter stammt der Ausdruck Blech, der sich auf die früheren kleinen Münzen aus Gold- und Silberblech bezieht, aus der Gaunersprache, ursprünglich aber vom germanischen Verb bleika für glänzen. Davon leiteten Studenten im 18. Jahrhundert das Blechen ab. Und Kröten, das könnte vom niederdeutschen Wort Groten für Groschen kommen oder vom Bild der Schildkröte auf manchen antiken Münzen. Ähnlich dürften sich die Piepen auf den Adler (als häufiges Münztier) beziehen.

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Aber wieso Mücken, wieso Flöhe? Das bleibt unklar. Asche, Flocken, Knete, Pulver, Schotter - woher die Begriffe kommen und welchen Weg sie genommen haben, auch ist nicht eindeutig geklärt.

Klar ist, der Ausdruck Moos kommt vom jiddischen Wort moes für Geld und dieses vom hebräischen Begriff ma’oth für kleine Münzen, auf den auch der Ausdruck Mäuse zurückgehen dürfte. Und in den Peseten steckt das lateinische Wort pensum, "das Zugemessene", das ursprünglich ein Wort für die Wolle war, die Sklavinnen als Tagesarbeit abgewogen wurde, vom Verb pendere für "hängen lassen" (der Waagschale), abwiegen, sprachlich eng verwandt mit dem Pfund. Pfundig, "gewichtig".

Cash kommt, eng verwandt mit der Kassa, vom lateinischen Wort capsa für Kapsel, Kasten, Behälter. Und im Zaster, aufgekommen unter Soldaten, die ihren Sold so nannten, steckt ein Wort aus der Sprache der Sinti und Roma (sáster, Eisen), auf die manche Etymologen auch den Begriff Marie zurückführen (auf maro für Brot und Geld).

Pinke, Pinkepinke ist ein lautnachahmendes Wort, wahrscheinlich beeinflusst vom alten Verb pinken für hämmern, hart auf etwas schlagen, einen metallischen Klang erzeugen. Manche Etymologen sehen auch eine Verbindung zu den Penunzen, die von einem polnischen Wort für Geld kommen. Und der Mammon stammt aus der Bibel, vom aramäischen Wort mamona für Besitz, Habe, mythische Personifizierung des Reichtums.

In den Moneten steckt das lateinische Wort moneta für Münze, Prägestätte und den Beinamen der Göttin Juno, in deren Tempel sich die römische Münzstätte befand. Als Juno Moneta hatte die Gattin des Jupiter und Schutzpatronin der Frauen und der Münzen, der Ehe und der Geburt, die Aufsicht über alle Geldgeschäfte. Eng verwandt sind die Moneten mit den Münzen, mit dem Moneymaker und mit dem Portemonnaie, "dem Münzenträger".

Dukaten, "die Herzoglichen", gehen auf das lateinische Wort ducatus für Kommando, später für Herzogtum zurück und auf das Verb ducere für ziehen, eng verwandt mit dem Produzieren, "dem Hervorziehen" (Hervorbringen). Dazu viele Taler, "die aus dem Tal", ursprünglich aus dem St. Joachimsthal - woher auch der Dollar kommt.

Das Geld, vom germanischen Wort geld für Vergeltung, Entgelten, ist eng verwandt mit dem Gelten und dem Geltungsdrang. Und im Bargeld, "dem Entblößten", steckt das althochdeutsche Wort bar für unbedeckt, nackt, bloß. Im Mittelhochdeutschen entwickelte sich daraus, auf Geld bezogen, die Bedeutung offen auf dem Tisch.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-20 15:38:16
Letzte Änderung am 2012-02-20 16:24:51


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