
Wie’s mir geht? Wie einer Blondine in der Wüste. Die wird mit dem Staubsaugen ja auch niemals fertig. Weil es einfach zu vieleSandkörner sind. (Verdammt, ich hab vergessen, Staubsäcke zu kaufen!) Nein, eigentlich fühl ich mich wie Herkules vor der Lernäischen Hydrokultur. Der hat arglos einen Salatkopf geerntet, und sofort sind zwei Häuptel nachgewachsen. Das ist ihm komisch vorgekommen, drum hat er das x-mal wiederholt, bis er es endlich geglaubt hat. Doch irgendwie muss er die Hydrokultur am Ende besiegt haben, sonst wären wir ja heute alle Vegetarier.
Und ich, ich trau mich eben nimmer, eine Blume zu pflücken. Um nicht von meiner blühenden Phantasie überwältigt zu werden. Weil ich in Wahrheit doch so bin wie diese Blondine. Ich will immer die ganze Wiese ausreißen und in eine einzige Vase stopfen. "Vase" ist natürlich eine Metapher für "Kolumne". Und "Blume" steht zum Beispiel für die Frage, wofür man wohl folgende Zutaten benötigt: einen Ölschinken mit dem Matterhorn drauf, einen Gartenzwerg und einen Kaugummi. a) Damit wird der MacGyver am 21. Dezember in letzter Sekunde die Welt retten. b) Für einen unlustigen Witz: Kommt ein Kaugummi zum Friseur und sagt: "Plop!" (Äh, und wo ist die Pointe? Aufm Klo? Und der Gartenzwerg und das Ölbild? - Na ja, das ist ja das Unlustige dran.) Oder c) Damit man sich stundenlang wundern kann, weshalb die Zipfelmütze eines Gartenzwerges so große Ähnlichkeit mit der Form vom Matterhorn hat und trotzdem noch keiner eine Diplomarbeit darüber geschrieben hat. Und weil ein Kaugummi angeblich gegen den Sekundenschlaf hilft und intelligenter macht, sollte man unbedingt einen kauen. (Sonst nickt man noch ein, bevor man gescheit genug ist, um nicht selber die erste wissenschaftliche Arbeit zu diesem brisanten Thema zu verfassen.)
Aber der Heinz hat mir eh einen Tipp gegeben, wie ich meine Pflückblockade überwinde: "He, warum machst ned einfach einen Schritt auf’d Seit’n und gehst vorbei?" - "Äh, woran vorbei?" - "Na, an dir. Du stehst dir ja grad selber im Weg." - "Und wieso soll immer i ausweichen?" Ach, vielleicht hätte ich lieber Künstlerin werden sollen. Und nicht Kolumnistin. Immerhin hab ich als Kind ein revolutionäres Blumenstillleben gemalt. Das war so visionär, das war bereits Sciencefiction. Beim Ausmisten hab ich’s zufällig entdeckt. Okay, zuerst war’s mir peinlich. Als wär’s ein kompromittierendes Heimvideo, wo ich versuche, aus zehn Zentimetern Entfernung Wasser aus einem Glas zu zutzeln. Ohne Strohröhrl. Die Blüten haben nämlich alle keinen Stängel. Die schweben. Dafür hab ich garantiert einen Fleck gekriegt. Dann hab ich’s begriffen: Ich bin ein von mir selbst verkanntes Genie! Ich hab das WLAN vorhergesehen und es der Frau Lehr’in durch die Blume erklärt. Also, die Vase ist der Router, von dem die Blüten drahtlos bewässert werden. Der Strauß blüht wireless! Da kann der Van Gogh mit seinen rückständigen Sonnenblumen Gassi gehen. Äh: sich brausen. Und die stängellosen Schirme bei den Alten Meistern? Sind überhaupt keine. Es sind perspektivisch korrekte Heiligenscheine. Wie unterscheidet man eigentlich einen Regenschirm von einem Heiligenschein? - Den Regenschirm kann man wieder abspannen.
Golf emanzipiert sich zunehmend von seinem Ruf, ein Hobby für Reiche zu sein. Manche Snobs mögen das als bedenkliche Entwicklung sehen...weiter