• vom 28.08.2012, 17:36 Uhr

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Update: 28.08.2012, 17:47 Uhr
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Sedlaczek am Mittwoch

Ein großer Schritt für die Menschheit?


Von Robert Sedlaczek

  • Neil Armstrong hat uns einige Redewendungen beschert.
  • Sein Tod lässt uns über den Sinn der Monderoberung nachdenken.

Robert Sedlaczek ist der Autor zahlreicher Bücher über die Sprache, zum Beispiel: "Das österreichische Deutsch".

Robert Sedlaczek ist der Autor zahlreicher Bücher über die Sprache, zum Beispiel: "Das österreichische Deutsch". Robert Sedlaczek ist der Autor zahlreicher Bücher über die Sprache, zum Beispiel: "Das österreichische Deutsch".

An die Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969 erinnere ich mich noch gut. Gemeinsam mit Freunden saß ich gebannt vor dem Fernseher und beobachtete die Landung auf dem Mond und den ersten Schritt eines Menschen auf dem Erdtrabanten. "That’s one small step for a man, one giant leap for mankind." Die Übersetzung des großartigen ORF-Moderatoren-Teams, bestehend aus Roland Machatschke, Peter Nidetzky und einer Simultandolmetscherin, hat gelautet: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit."

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Bereits in der gestrigen Ausgabe hat Edwin Baumgartner darauf hingewiesen, dass Neil Armstrong das "a" vor dem Wort "man" verschluckt hat. Es war ein sinnentstellender Versprecher, denn "One small step for man" heißt im Deutschen "Ein kleiner Schritt für die Menschheit". Wenn im Englischen "man" ohne Artikel verwendet wird, dann bedeutet es nicht "Mann" oder "Mensch", sondern "Menschheit".

Vielleicht war es auch ein gar nicht so großer Schritt, wie wir damals glaubten.

Was wurde uns nicht alles versprochen: Man werde den Mond

kolonialisieren, physikalische und chemische Experimente durchführen, die auf der Erde nicht möglich sind, seltene Mineralien abbauen und so weiter.

Aus heutiger Sicht entpuppt sich

der Wettlauf zum Mond als eine Propagandaschlacht zwischen den USA und der Sowjetunion. Die einen wollten den ersten Astronauten auf dem Mond landen, weil die anderen den ersten Kosmonauten ins All geschickt hatten.

Heute schert sich weder das

amerikanische noch das sowjetische Raumfahrtprogramm um den Mond. Dass Armstrong Menschheitsgeschichte geschrieben habe, ist auch übertrieben. Er war ein Rädchen in einem Getriebe, hat das auch selbst so gesehen und die Arbeit der tausenden NASA-Mitarbeiter stets gewürdigt.

Auch ein anderer Satz Armstrongs ist Legende geworden: Der Adler ist gelandet. "Eagle" war der Name der Landefähre, gemeint ist der Wappenvogel der USA, ein Weißkopfseeadler. Wir verwenden die Redewendung immer dann, wenn ein langwieriges Vorhaben abgeschlossen ist. Im Original hat der Satz gelautet: "Houston. Tranquility Base here. The Eagle has landed."

Das einige Jahre später erschienene Buch "Der Adler ist gelandet" und die anschließende Verfilmung haben mit der Mondlandung nichts zu tun.

Oft wird vergessen, dass in der Geschichte der Raumfahrt zahlreiche Tote zu beklagen waren - auf beiden Seiten. Die Sowjetunion hat ihre Opfer zu vertuschen versucht, die USA ließen uns mitzittern und mittrauern.

Eine Redewendung aus dem Bereich der Pannen lautete im englischen Original: "Okay, Houston, we’ve had a problem here" - und nicht wie oft falsch zitiert wird: "Houston, we have a problem". Ins Deutsche übersetzt ist die falsche Version gängig: Houston, wir haben ein Problem.

Im Fall von Apollo 13 ist alles gut gegangen. Die Astronauten von Challenger konnten 1986 vor der Explosion des Raumschiffes kein Wort mehr sagen.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-28 17:41:06
Letzte Änderung am 2012-08-28 17:47:03


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