Es ist so etwas wie eine nostalgische Kindheitserinnerung. Beinah in jedem Dorf fand sich ein Kaugummiautomat. Wo sonst konnte man die mühsam abgesparten (oder auf der Straße gefundenen) Schillinge besser investieren? Blau, grün, rot, gelb - oder doch ein Plastikring? Bei Kaugummiautomaten spielt der Zufall Regie.
Für fünf Schilling war der Überraschungseffekt noch größer. Was befindet sich in den transparenten Kugeln? Und vor allem - welche krieg' ich? Eigentlich kam nie das raus, was man wollte. Trotzdem landeten auch die nächsten mühsam abgesparten Schillinge im Automaten. Kinder lieben Überraschungen. Oder?
Kaugummiautomaten hängen auch heute noch an beinahe jeder Straßenecke - zumindest in bestimmten Gegenden. Der Zahn der Zeit nagt an so manchen Exemplaren. Die Kaugummis sind verblasst. Aber die Euro-Umstellung haben sie mitgemacht. Bloß, wo sind die Kinder? "Die Umsätze waren schon mal besser", sagt Georg Schwarz. Seine Firma "Automaten Schwarz" ist verantwortlich für die Existenz der Automaten irgendwo an Hauswänden oder Haltestellen. Wissen Kinder einfach schon früh über die Vorzüge des "Kauf mehr, zahl weniger"-Prinzips Bescheid? Oder lieben sie schlichtweg keine Überraschungen mehr? Selbst bei McDonald's können sie sich das gewünschte Spielzeug im "Happy Meal" aussuchen. "Ich will das hier!" Wen anjammern, wenn der Automat nicht das favorisierte Stück ausspuckt? Aber das Geschäft rentiere sich noch, sagt Schwarz. "Sonst würden wir's nicht machen." Bloß die Konkurrenz - die sei eben größer geworden.
Die Kaugummi-Fans von damals sind groß geworden. Die Firma "Automaten Schwarz" betreibt auch Kondom-Automaten. Blau, grün, rot, gelb...
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