• vom 02.09.2012, 14:00 Uhr

Glossen

Update: 04.09.2012, 11:46 Uhr
  • Artikel
  • Fotosstrecke
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Glosse

Lieben Kinder keine Überraschungen mehr?


Von Birgit Riezinger

  • An Kaugummiautomaten kommt man kaum vorbei - Kinder schon.

Es ist so etwas wie eine nostalgische Kindheitserinnerung. Beinah in jedem Dorf fand sich ein Kaugummiautomat. Wo sonst konnte man die mühsam abgesparten (oder auf der Straße gefundenen) Schillinge besser investieren? Blau, grün, rot, gelb - oder doch ein Plastikring? Bei Kaugummiautomaten spielt der Zufall Regie.

Für fünf Schilling war der Überraschungseffekt noch größer. Was befindet sich in den transparenten Kugeln? Und vor allem - welche krieg' ich? Eigentlich kam nie das raus, was man wollte. Trotzdem landeten auch die nächsten mühsam abgesparten Schillinge im Automaten. Kinder lieben Überraschungen. Oder?

Kaugummiautomaten hängen auch heute noch an beinahe jeder Straßenecke - zumindest in bestimmten Gegenden. Der Zahn der Zeit nagt an so manchen Exemplaren. Die Kaugummis sind verblasst. Aber die Euro-Umstellung haben sie mitgemacht. Bloß, wo sind die Kinder? "Die Umsätze waren schon mal besser", sagt Georg Schwarz. Seine Firma "Automaten Schwarz" ist verantwortlich für die Existenz der Automaten irgendwo an Hauswänden oder Haltestellen. Wissen Kinder einfach schon früh über die Vorzüge des "Kauf mehr, zahl weniger"-Prinzips Bescheid? Oder lieben sie schlichtweg keine Überraschungen mehr? Selbst bei McDonald's können sie sich das gewünschte Spielzeug im "Happy Meal" aussuchen. "Ich will das hier!" Wen anjammern, wenn der Automat nicht das favorisierte Stück ausspuckt? Aber das Geschäft rentiere sich noch, sagt Schwarz. "Sonst würden wir's nicht machen." Bloß die Konkurrenz - die sei eben größer geworden.

Die Kaugummi-Fans von damals sind groß geworden. Die Firma "Automaten Schwarz" betreibt auch Kondom-Automaten. Blau, grün, rot, gelb...




Schlagwörter

Kaugummiautomaten

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-31 16:30:19
Letzte Änderung am 2012-09-04 11:46:13


Beliebte Inhalte



Severin Groebner ist Autor und Kabarettist, sein neues Buch heißt "Servus Piefke", mit dem gleichnamigen Programm ist er am 6. und 7. Juni im Kabarett Niedermair zu sehen.
  • Wenn diesen Samstag die Deutschen das Champions-League-Finale und die Wiener den Life Ball feiern, dann ist das im Prinzip das Gleiche.
  • weiter


  • Kann man bei einem Burnout manchmal nur noch den Kammerjäger holen, weil dieses Krabbeln und Kriechen in der Wohnung einfach unhygienisch ist?
  • weiter

Robert Sedlaczek ist der Autor zahlreicher Bücher über die Sprache, zum Beispiel: "Das österreichische Deutsch".
  • Das Champions-League-Endspiel wirft seine Schatten voraus. Deutsche Medien werben mit peinlichen Slogans um Zuseher, Kommentatoren feilen an Pointen.
  • weiter

- - - Golf emanzipiert sich zunehmend von seinem Ruf, ein Hobby für Reiche zu sein. Manche Snobs mögen das als bedenkliche Entwicklung sehen...weiter

Robert Sedlaczek ist der Autor zahlreicher Bücher über die Sprache, zum Beispiel: "Das österreichische Deutsch".
  • Hier handelt es sich um zwei Begriffe mit leicht divergierenden Bedeutungen, wobei Shoah immer häufiger verwendet wird.
  • weiter

Severin Groebner ist Autor und Kabarettist, sein neues Buch heißt "Servus Piefke", mit dem gleichnamigen Programm ist er am 6. und 7. Juni im Kabarett Niedermair zu sehen.
  • Österreich hat es gut! Wer es nicht glaubt, möge den Vizekanzler fragen oder in die Zeitung schauen.
  • weiter



Werbung




Haremsdame vor dem Rathaus

Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971, Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers.

Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. "Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten.

Werbung