
Seit ich in die Schule gehe, benütze ich öffentliche Verkehrsmittel. Waren es zu Beginn noch Autobus und Stadtbahn, sind es heute U-Bahn, Bus und Straßenbahn. Damit kommt man in Wien nahezu überall hin, eilig sollte man es allerdings nicht haben. Oder man muss eben eine ziemlich ausgiebige Pufferzeit einrechnen, denn mittlerweile vergeht kein Tag, an dem es etwa bei der U4 sowohl morgens als auch abends zu unterschiedlichen Wartezeiten wegen eines schadhaften Zuges, einer technischen Störung oder sonst etwas kommt... Und zur Eselsgeduld in Bezug auf Wartezeiten sollte man auch eine dicke Haut mitbringen, denn egal zu welcher Tageszeit man die Öffis benutzt, sie sind immer zum Bersten voll. Mir ist schon klar, dass es mehr als erwünscht ist, dass immer mehr Menschen die Öffis statt das Auto benützen sollen, aber dann müssen die Wiener Linien auch für einen gewissen Mindestkomfort sorgen. Und der besteht meiner Ansicht nach nicht primär in einer neuen Zugsgarnitur oder einem neuen Bus, sondern in kürzeren Intervallen und damit mehr Platz für die Fahrgäste. Weil sich täglich wie die berühmte Sardine in der Blechbüchse zu fühlen, ist nun nicht das Gelbe vom Ei. Also liebe Wiener Linien, wir würden alle noch viel lieber mit Bim und Bus fahren, wenn ihr sie nur öfter über Schienen und Straßen schicken würdet!
Artikel erschienen am 28. September 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 3
Je deutlicher sich die Welt in Richtung Wahnsinn dreht, desto öfter denken manche Menschen nach. Und zwar nicht nur in einschlägigen Zirkeln...weiter