• vom 04.10.2012, 17:15 Uhr

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Kunstsinnig

Hau di über d’ Haisa mit deine . . . Tomaten!


Von Claudia Aigner

  • Was ist der Unterschied zwischen Paradeisern und Tomaten? Die Tomaten reimen sich nicht auf "Häuser". Und deshalb isst der Andi keine Tomaten.



Wahrscheinlich hätte ich entrüstet ablehnen sollen. ("I bin doch ned irgend so a dahergelaufene Klatschtant’n! I hob aa mein’ Stolz!") Denn schließlich hab ich schon in der Staatsopergeklatscht. Und im Burgtheater. Da werd’ ich doch nicht in einem Salettl applaudieren. Das ist echt unter meiner Würde. Das hieße ja Dessous von La Perla vor die Säue werfen. (Nicht dass ich mir Dessous von La Perla leisten könnte.)

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Trotzdem bin ich mitgegangen. Der Mozart hat ja auch Musik für Telefonwarteschleifen komponiert. Und außerdem hat meine Schwester gemeint, da kriegt man bestimmt was zum Essen. Kostenlos. Das Stück trug jedenfalls den Titel: "Milchterrine mit Heidelbeeren & Petersfisch in Vanille gebraten auf Selleriecreme." Also entweder ist das eine Regietheaterinszenierung von "Romeo und Julia" (Heidelbeeren und Petersfisch - wohl eine Anspielung auf die Heidi und ihren Ziegenpeter) oder es handelt sich um . . . eine Folge von "Frisch gekocht - Meine coolen Onkeln Andi und Alex". (Oh, wie tief bin ich gesunken! Ich schreib den Plural von Onkel mit einem n am Ende. Und haben diese Fernsehköche überhaupt eine Sprechausbildung?) Die Karten hat meine Schwester übrigens gratis gewonnen. Ja, eine Gewinnfrage hat sie beantworten müssen. Irgendwas, wofür man eine Allgemeinbildung braucht. Vielleicht: Was ist der Unterschied zwischen einer Tomate und einem Paradeiser? a) Andi. b) Alex. (B. Weil je Tirol, desto Tomate.)

Na ja, wenigstens war ich diesmal schön groß im Bild. Am 28. September auf ORF2. Wie ich mich grad mit verzweifelter Lustigkeit über einen Witz abgehaut hab, den ich bis heute nicht kapier. Alex: "Oba ,griaß di’ deaf ma nimma sogn." (Das hat sich ja eine bayrische Firma schützen lassen. Zuerst erschlagen die Piefkes unsre Sprache mit dem Duden, und was sie nicht erwischt haben, patentieren uns dann die Bayern weg.) - Andi: "Wos? Griaß di?" - Alex: "Deafst nimma sogn." - Andi: "Okay. Na drum sog i ned ,griaß di’, sondern sog ,Grieß Terrine’." He, ob die bereits T-Shirts drucken für den ORF-Shop? "Grieß Terrine" - hm, ist mir zu hoch. Ist Terrine ein weiblicher Vorname? (Von Terry?) Ich hätt’ mehr Verständnis für die Pointe, wenn "Griaß Koch" auf dem T-Shirt stünde. Oder "Griaß Pudding". Erzählt mir einen schlechten Witz und ich lach trotzdem so darüber, dass man die Koloraturen der Königin der Nacht nach meinen Lippen stellen könnte. (Andi: "Die Paradeiser mochn’s aus." - Alex: "Die Paradeiser. Sicher. Aber no besser is des Gonze jo mit Tomaten.") Leider sieht man meine Hände nie. Ich hab nämlich eine raffinierte Klatschtechnik. Die sollt ich patentieren lassen. Die schont die Gelenke. Normalerweise ist das ja so: Eine Hand wischt der andern eine. Doch bei mir ist’s wie im Film. Wenn einer den andern abwatscht (platonische Hiebe). Dass ich bloß markier’, kriegt man eh höchstens in Zeitlupe mit. So, das waren fünf Sekunden Ruhm. Fehlen noch 14 Minuten und 55 Sekunden. Die lös’ ich bei der Barbara-Karlich-Show ein. Beim Thema: "Ich bin ein Freak: Ich singe nicht unter der Dusche." (Ich lachdort.) Oder ich oute mich bei der Tante Barbara als Folteropfer: "Ich war bei Andi und Alex eingeladen - und musste hungern." Weil kostenlos heißt, dass man nicht kosten darf. (Aber ständig dran riechen muss.)




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-04 17:20:06


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