
Man riecht förmlich, dass es kalt geworden ist, wenn man bei uns in der Siedlung am Stadtrand vor die Tür geht. Holzöfen sind nämlich bei uns längst nicht aus der Mode. Bevorzugt in Kombination mit einer Gastherme fürs Warmwasser, brennt so ziemlich jeder Nachbar in der näheren Umgebung im Winter Holz im Ofen ab. Und hat deshalb einen Holzstoß vorm Haus liegen. Schaut richtig schön ländlich aus.
Wir mit unserer Wasser-Wasser-Wärmepumpe samt Fußbodenheizung wirken da fast ein bisschen futuristisch. Auch wenn bei uns ebenfalls ein Kaminofen im Wohnzimmer steht - primär allerdings zu Dekozwecken. Eingeheizt wird da eher nur, weil das Feuer so schön flackert, wenn es brennt. Wenn es brennt. Denn auch, wenn ich sonst gern den Mann raushängen lasse - Feuer machen kann ich nicht. Zumindest nicht so, dass das Anzündpapier nicht wieder ausgeht, bevor das Holz richtig brennt.
Und da steh ich dann jedes Mal da und frag mich: Wieso kann eine einzelne deppate Tschick ein ganzes Wohnhaus abfackeln, aber ich mit Feuerzeug und Streichhölzern nicht einmal den Kamin anheizen?
Meine Frau hat diesbezüglich überhaupt kein Problem, bei der brennt es sofort. Allerdings hat sie mir nun ihren Trick verraten: Sie nimmt einfach Grillanzünder.
Artikel erschienen am 19. Oktober 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 3.
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