• vom 21.12.2012, 10:00 Uhr

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Weltuntergang




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Von Monika Jonasch

  • Wiener Journal



Jeden Tag ein Türchen am Adventkalender, jeden Sonntag ein Kerzerl am Adventkranz - aber wer weiß, ob das Christkind heuer wirklich kommt... Denn eigentlich ist ja am 21. Weltuntergang. Was praktisch wäre, denn dann kann man sich die ganze Weihnachtspackelei ersparen. Aber wie das halt so mit angekündigten Katastrophen ist: Sie finden selten statt. Wodurch man dann sicherheitshalber doch wieder rennt und sucht und kauft. Das ist eine echte, sichere Katastrophe, alle Jahre wieder. Denn eigentlich haben ja alle schon alles, was sie brauchen. Nur die Kinder bleiben von all dem gottseidank unberührt. Die wissen ja auch nicht, dass am 21. die Welt untergeht und freuen sich einfach aufs Christkind. Oder sie freuen sich halt, dass sie ganz viele Geschenke kriegen. Und wuseln nur noch herum vor lauter Vorfreude, können kaum mehr still sitzen. Und zählen die Tage bis zum 24. Dezember. Und staunen über Lichterglanz draußen und drinnen. Und vertilgen Kekse, dass es einem als Erwachsenen den Magen umdrehen würde. Und singen seit Wochen Weihnachtslieder mit teils erstaunlichen, selbst erfundenen Texten. Und dann freuen sich die Erwachsenen auch, sehen die Welt mit Kinderaugen, verstehen Weihnachten wieder. Was den Stress nicht mindert, aber ihm wenigstens Sinn gibt. Und der Weltuntergang? Ist eigentlich auch nichts wirklich Neues mehr...

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Artikel erschienen am 21. Dezember 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 3.




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Dokument erstellt am 2012-12-20 09:38:04
Letzte Änderung am 2012-12-20 14:36:04



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