• vom 20.09.2013, 16:00 Uhr

Glossen

Update: 20.09.2013, 17:26 Uhr

Wahlkampf

Die Prognose




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Von Severin Groebner

  • Glossenhauer
  • Meinungsforscher und Umfragen halten das Land in Atem. Dabei wird alles ganz anders kommen.

Severin Groebner ist Kabarettist und Mitbegründer der letzten Wiener Lesebühne. Sein neues Programm "Der Abendgang des Unterlands" spielt er von 5. bis 7. Oktober im Kabarett Niedermair.

Severin Groebner ist Kabarettist und Mitbegründer der letzten Wiener Lesebühne. Sein neues Programm "Der Abendgang des Unterlands" spielt er von 5. bis 7. Oktober im Kabarett Niedermair. Severin Groebner ist Kabarettist und Mitbegründer der letzten Wiener Lesebühne. Sein neues Programm "Der Abendgang des Unterlands" spielt er von 5. bis 7. Oktober im Kabarett Niedermair.

Nachdem wir uns, verehrte Leserschaft, gemeinsam die letzten Wochen durch das Dickicht der österreichischen Parteienlandschaft geschlagen haben, ist es nun wohl Zeit, endlich klar Stellung zu beziehen. Vorbei dieses ewige Herumge-eiere, wer wie wohl was wäre. Jetzt heißt es Farbe bekennen, wertes Leservolk! Darum mach ich jetzt, was alle anderen auch machen: Ich prognostiziere.

Denn diese Wahl wird logischerweise folgendermaßen ausgehen: Die beiden alten Volksparteien schrumpfen auf jeweils unter zehn Prozent, da die meisten ihrer Wähler in den letzten sechs Monaten verstorben sind. Auch die FPÖ muss eine herbe Niederlage einstecken. Denn ihre Anhänger sind in großem Stil nach Ungarn ausgewandert, da dort nicht nur ein Politikstil gepflegt wird, der dem FPÖler mundet, sondern dort auch noch das Essen und der Zahnarzt billiger sind als zu Hause. (Entschuldigung, "daham" natürlich.) Obendrein hat man keine Zeit zu wählen, während man zusammen mit der Jobbik-Partei beim Marschieren Parolen auf Ungarisch durch die Nacht brüllt.

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Auch das Team Stronach bleibt weit hinter den Erwartungen zurück und schafft den Einzug in das Parlament nicht. Wahlforscher werden später herausgefunden haben, dass dieses unerwartete Ergebnis dem Vorschlag Frank Stronachs zu verdanken war, Berufskiller mit der Todesstrafe zu verfolgen. Denn diese Art der Rechtssprechung würde ja wiederum einen vom Staat angestellten Killer voraussetzen, der diese Urteile an Berufskillern umsetzen müsste. Wodurch dieser Mensch allerdings auch wieder ein Berufskiller wäre, was wiederum mit dem Tode bestraft werden müsste. Weswegen man von Staats wegen wieder einen neuen Killer anstellen müsste, der den alten Killer killen müsste. Was den wieder zu einem Berufskiller machen würde und so weiter. Und während sich die Anhängerschaft von Frank Stronach in diesem logischen Desaster versucht, Überblick zu verschaffen, ist die Wahl auch schon vorbei.

Die BZÖ-Anhänger schließlich haben gänzlich verpasst zur Wahl zu gehen, da sie sich gar nicht gewusst haben, dass ihre Partei überhaupt noch existiert.

Das Ergebnis ist schließlich erdrutschartig. 72% für die Grünen, 9% SPÖ, 8% ÖVP, 6% FPÖ, jeweils 2% fürs BZÖ, das Team Stronach, Neos und Kummerln. Die Öko-Partei ist von diesem Resultat völlig überrascht, weswegen sie sofort eine Arbeitsgruppe gründet unter dem Motto "Regieren - was macht man da eigentlich?". Und während in dieser noch heftig über Reihenfolge der Tagesordnungspunkte und die Getränkeauswahl gestritten wird, sammeln sich auf dem Land unter der Führung des örtlichen Raiffeisenverbandes absolut unauffällige und ruhige Nachbarn mit ihrem Waffenarsenal und errichten handstreichartig eine Parallelgesellschaft ihren ausgebauten Luftschutzbunkern.

Und dann kommt jemand drauf, dass die Summe der abgegebenen Stimmen insgesamt 103% ergibt, weswegen die Wahl wiederholt werden muss.

Endenwollender Jubel in der Bevölkerung.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-09-20 16:02:04
Letzte ─nderung am 2013-09-20 17:26:10



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