• vom 31.12.2016, 11:00 Uhr

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Denkwürdige UNO-Dekaden




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Von Irene Prugger


    Irene Prugger, geb. 1959, lebt als freischaffende Schriftstellerin und Journalistin in Mils in Tirol.

    Irene Prugger, geb. 1959, lebt als freischaffende Schriftstellerin und Journalistin in Mils in Tirol. Irene Prugger, geb. 1959, lebt als freischaffende Schriftstellerin und Journalistin in Mils in Tirol.

    Das alte Jahr, das internationale Jahr der Hülsenfrüchte, ist zu Ende. Nun erwartet uns das von der UNO ausgerufene internationale Jahr für nachhaltigen Tourismus. Abgesehen davon, dass das Wort "nachhaltig" überstrapaziert wird und nicht - wie häufig unterstellt - automatisch positiv besetzt ist, kann es durchaus für neue Erkenntnisse und Anstöße sorgen, wenn ökonomische, ökologische und soziale Aspekte der Reiseindustrie aufgezeigt werden.

    Wir werden ja sehen, was dabei herauskommt. Oder auch nicht. Denn ehrlich gesagt hat das Jahr der Hülsenfrüchte bei mir keinen starken Eindruck hinterlassen. Mein diesbezüglicher Konsum nahm nicht zu, und abgesehen von unappetitlichen Worthülsenfrüchten manch politischer Statements hat mich das Thema emotional nicht weiter tangiert.

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    Aber es ist nicht zu leugnen, dass Linsen, Bohnen, Erbsen und Kichererbsen wichtige Eiweißlieferanten sind, und Hülsenfrüchte im Welternährungsprogramm einen wertvollen Teil des allgemeinen Nahrungsmittelkorbs darstellen. Zu Ehren der oft minder gewürdigten Hülsenfrüchtchen deshalb hier die Definition aus einer UN-Resolution: "Hülsenfrüchte sind einjährige Leguminosen, deren Hülsen jeweils zwischen 1 und 12 Körner oder Samen unterschiedlicher Größe, Form und Farbe hervorbringen, die sowohl als Nahrungs- als auch als Futtermittel verwendet werden. Die Bezeichnung ,Hülsenfrüchte’ ist auf Kulturpflanzen beschränkt, die ausschließlich zur Gewinnung von Trockenkörnern geerntet werden, was diejenigen Kulturpflanzen ausschließt, die für Nahrungszwecke grün geerntet und als Gemüsepflanzen klassifiziert werden, sowie diejenigen, die in erster Linie zur Ölgewinnung verwendet werden, und Leguminosen, die ausschließlich zur Aussaat verwendet werden." - Zum Glück sind die Rezepte, sie zu köstlichen Gerichten zu verkochen, nicht ganz so kompliziert.

    Mit 31. Dezember 2016 endet nicht nur das internationale Jahr der Hülsenfrucht, sondern auch eine internationale Dekade. Das Jahrzehnt von 2006-2016 war "der Sanierung und nachhaltigen Entwicklung der durch die Katastrophe von Tschernobyl betroffenen Regionen" gewidmet. Sie überschnitt sich mit der Dekade der Vereinten Nationen für Wüsten und Bekämpfung der Wüstenbildung (2010-2020), mit der Aktionsdekade für Straßensicherheit (2011-2020), der Dekaden der Vereinten Nationen zur biologischen Vielfalt (2011-2020) und für die Beseitigung der Armut, die von 2008 bis 2017 dauert.

    Statistisch gesehen ist letztere Dekade durchaus effizient: seit 2015 sank erstmals in der Geschichte die Zahl der extrem armen Menschen auf unter zehn Prozent der Weltbevölkerung. Allerdings vergrößerte sich die Kluft zwischen Arm und Reich drastisch und wird sich künftig weiter vergrößern. Es sei denn, es gelingt, mit Bedacht gegenzusteuern. Seien wir zuversichtlich. Zu Silvester darf man naivem Optimismus und frommer Hoffnung frönen!




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2016-12-29 17:23:04



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