• vom 21.01.2017, 11:00 Uhr

Glossen

Update: 23.01.2017, 13:17 Uhr

Glossenhauer

Four Funny Years




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Von Severin Groebner

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  • Anlässlich der Angelobung von Donald Trump zum US-Präsidenten werfen wir einen Blick in seine Agenda für die nächsten vier Jahre.

Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründgsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne". Sein aktuelles Programm "Vom kleinen Mann, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf g’schissen hat" spielt er am 22. und 23. Mai im Wiener Kabarett Niedermair. Mehr Info:www.severin-groebner.de

Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründgsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne". Sein aktuelles Programm "Vom kleinen Mann, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf g’schissen hat" spielt er am 22. und 23. Mai im Wiener Kabarett Niedermair. Mehr Info:
www.severin-groebner.de
Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründgsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne". Sein aktuelles Programm "Vom kleinen Mann, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf g’schissen hat" spielt er am 22. und 23. Mai im Wiener Kabarett Niedermair. Mehr Info:
www.severin-groebner.de

Gleich nach Amtsantritt lässt Donald Trump die erste Bombe platzen: Er wird alle Mitarbeiterinnen des Weißen Hauses einem persönlichen Pussy-Grabbing unterziehen. Wer sich dagegen wehrt, wird gefeuert. Danach werden die US-Navy-Seals in Slowenien einmarschieren, damit er die Heimat seiner Frau dieser als Protektorat vermachen kann. Damit ist die Alte aus dem Weg, und er kann in Ruhe weiter twittern. Die im Wahlkampf versprochene Mauer zu Mexiko wird 20 Zentimeter hoch und aus Aktien und Lohnabrechnungen der Arbeitnehmer von allen Unternehmen gefertigt, die er in den Ruin getrieben oder persönlich in den Sand gesetzt hat. Wenn die mexikanische Regierung sich weigern sollte, dafür zu zahlen, wird sie gefeuert.

Das Verhältnis zu Russland wird sich im Handumdrehen verbessern. Schließlich haben die beiden Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump zahlreiche gemeinsame Hobbys: Wichtig sein, Uga-uga-machen, imperialen Wunschvorstellungen nachhängen, Hexenjagden imaginieren, Widerworte nicht aushalten, Öl fördern, Realität ignorieren und sich selbst gern reden hören. Nur bei der Frisur sind sie sich nicht einig. Dennoch wird ein reger Austausch zwischen den beiden stattfinden. Trump darf sich beim Sex filmen lassen, dafür dürfen Putins Geheimdienstmitarbeiter in den USA schalten und walten.

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Auch Trumps Wirtschaftsprogramm kann sich sehen lassen. Es handelt sich dabei um ein beeindruckendes Dokument von 15 Zeilen Umfang. Mehrmals kommen darin "America", "great" und "again" vor. Und wer das nicht versteht, wird gefeuert. Dass die Bankenderegulierung eine neue Finanzkrise hervorbringen wird, konnte der größte Präsident aller Zeiten vorher nicht wissen, weshalb auch die Moslems daran schuld sein werden. Vor allem diese indischen Araber, die in Nigeria wohnen, oder wie heißt dieses Land, wo der Papst wohnt und die Mafia regiert? Genau: Griechenland. Oder Albanien? Egal, die US-Navy-Seals sollen einmal da einmarschieren. Liegt ja ohnehin neben der Slowakei, wo die Melanie (oder wie heißt die Kuh?) herkommt. Wenn einer aus dem Sicherheitsstab was dagegen sagt, wird er gefeuert.

Auch die Wissenschaft wird Trump auf Linie bringen. Klimawandel gibt es nicht. Genauso wenig wie Erdrotation, Schwerkraft oder Plattentektonik. Dafür wird die Forschung über Photosynthese gefördert (wobei Trump Photosynthese für die Eigenschaft hält, auch mit sehr niedrigem IQ auf Aufnahmen trotzdem intelligent zu wirken). Bei einem Besuch im Silicon Valley bekräftigt er, wie froh er ist, dass er nun endlich weiß, wo all die tollen Brüste herkommen.

Zur Beruhigung der anschwellenden Proteste der verarmten Massen lässt Trump einmal im Monat Gratis-Burger verteilen und beginnt mit der Bombardierung von Pearl Harbour (hat schon einmal geholfen). Alle Amerikaner, die das nicht gutheißen, werden gefeuert. Den Einmarsch der Chinesen auf den Philippinen kommentiert er mit den Worten: "Wer braucht schon ein Land, wo alle Phillip heißen?" Und verlässt die Erde - angesichts des drohenden Weltkriegs - in Richtung Andromeda-Nebel ("Make Andromeda great again!"). Nicht, ohne vorher allen Homo sapiens eine Kündigung auszusprechen.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-01-20 18:05:04
Letzte ─nderung am 2017-01-23 13:17:03



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