• vom 23.03.2017, 16:16 Uhr

Glossen

Update: 24.03.2017, 09:43 Uhr

Recep Tayyip Erdogan

Sind dann Türkinnen, die verhüten, PKK-
Auftragskillerinnen?




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Von Claudia Aigner

  • Kunstsinnig
  • Operation "Babyboom": In Europa lebende Türken sollen ab sofort fünf Kinder kriegen. Damit die EU irgendwann der Türkei beitreten muss.



Irgendwie kann ich die Austrotürken ja verstehen. Dass sie zum Erdogan halten. Der will sie zwar nicht wiederhaben ("Da, wo ihr arbeitet und lebt, ist nun eure Heimat"), aber er würde sie gern alle persönlich besuchen. Sie und überhaupt alle Auslandstürken. Überall in Europa. Wenn diese bösen, faschistischen Besatzer seiner exterritorialen Wahlkampfgebiete ihn nicht mit ihren Nazi-Methoden daran hindern würden. Jeder einzelne Auslandstürke ist ihm wichtig. Und jede einzelne . . . Stimme.

Wie willkommen sollen sie sich denn bei uns fühlen, wenn sie hier unentwegt gedemütigt werden? Hallo? Die Straße vor ihrer Botschaft ist nach dem Erzfeind ihres Volkes benannt! Eine Provokation sondergleichen. Äh, seit wann existiert in Wien eine Fethullah-Gülen-Straße? Gibt’s eh keine. Dann vielleicht eine Abdullah-Öcalan-Straße? Wieder falsch. Peter-Pilz-Straße? Okay, Prinz-Eugen-Straße. Und zu allem Überfluss hat man dem armen türkischen Botschafter auch noch das Schloss von diesem Türkenhasser vor die Nase gesetzt. Das gehört endlich abgerissen. Wie Hitlers Geburtshaus. Moment. Lässt man das nicht doch stehen? Soll es nicht bloß architektonisch so tiefgreifend umgestaltet werden, bis keiner mehr ein Selfie damit machen will? Genau. Und entsprechend könnte man das Schloss Belvedere im seldschukischen Stil umbauen. Und das Denkmal für diesen Rassisten muss sowieso weg. Vom Heldenplatz. Schon allein wegen der turkophoben Inschrift müsste die Türkei eigentlich sämtliche diplomatische Beziehungen zu Österreich abbrechen. ("Dem ruhmreichen Sieger über Österreichs Feinde." - Aha, Staatsfeinde sind die Türken also. Alles klar.)


Und plötzlich stellt ihnen einer eine Villa in Aussicht. Und einen BMW. Für jeden. Dann sind sie die Herren im Feindesland. Ätsch! "Gründet noch mehr Betriebe. Schickt eure Kinder in bessere Schulen. Lasst eure Familien in besseren Stadtteilen leben. Steigt in die besten Autos. Wohnt in den schönsten Häusern." (Die Autohändler und die Makler freuen sich bereits auf die vielen neuen Kunden. Und die AMS-Betreuer fürchten sich vor den Betriebsgründungen. Weil wenn die Arbeitslosigkeit besiegt ist, welchen Job machen sie dann?) Klingt wie ein Befehl, was der türkische Präsident da bei einem Wahlkampfauftritt gesagt hat. Daheim. Doch an seine Landsleute in Europa gerichtet. Und wie, bitte, sollen die das alles bezahlen? Wird ihr Wohltäter eine Hypothek auf seinen Protzpalast aufnehmen oder ein paar der 1150 Zimmer vermieten und das Geld nachher überweisen? Nein, anscheinend sollen sie ihren elitären Lebensstil mit der Familienbeihilfe finanzieren. "Macht fünf Kinder, nicht drei, denn ihr seid Europas Zukunft." Ui, das hört sich aber sehr militant an. Operation "Babyboom". Eine Invasion von innen heraus. (Aus der Gebärmutter?) Vermehrt euch, bis die EU der Türkei beitreten muss! Und Wien eine Sultan-Erdogan-Straße hat!

Verständlich jedenfalls, dass viele Eurotürken beim Referendum mit "Evet" stimmen wollen. Mit Ja. Für einen allmächtigen Präsidenten. Allerdings sollten sie sich schleunigst einen BMW kaufen. Und einen Bausparvertrag abschließen. Sonst sind sie Gülen-Anhänger. (He, ist BMW nicht eine deutsche Marke? Macht man sich damit nicht als Agent von "Frau Hitler" verdächtig?) Und jede Türkin, die die Pille nimmt . . .




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-23 16:21:06
Letzte nderung am 2017-03-24 09:43:57



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