• vom 28.07.2017, 16:50 Uhr

Glossen

Update: 30.07.2017, 09:13 Uhr

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Fucking Kommunikationsberatung




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Von Severin Groebner

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  • Wer was wem wie sagt, gehört zum täglichen Umgang wie das Brummen eines Diesels im Straßenverkehr. Doch beides ändert sich gerade.

Severin Groebner ist Kabarettist und Mitbegründer der letzten Wiener Lesebühne. Sein neues Programm "Der Abendgang des Unterlands" spielt er von 5. bis 7. Oktober im Kabarett Niedermair.

Severin Groebner ist Kabarettist und Mitbegründer der letzten Wiener Lesebühne. Sein neues Programm "Der Abendgang des Unterlands" spielt er von 5. bis 7. Oktober im Kabarett Niedermair. Severin Groebner ist Kabarettist und Mitbegründer der letzten Wiener Lesebühne. Sein neues Programm "Der Abendgang des Unterlands" spielt er von 5. bis 7. Oktober im Kabarett Niedermair.

Man hört und staunt seit Amtsantritt des US-Präsidenten nicht schlecht, mit welcher Geschwindigkeit sich das Niveau einer Regierung in den Keller des guten Geschmacks bewegen kann. Neueste Entwicklungen geben da Anlass zur Hoffnung. Also die Hoffnung, dass es jetzt noch tiefer wird.

Der Herr Scaramucci, der neuer Mitarbeiter des US-Präsidenten ist und ehemaliger Banker des extrem menschenfreundlichen Instituts Goldman-Sachs, hat den Stabschef des Weißen Hauses und einen ehemaligen Einflüsterer des "größten Job-Präsidenten aller Zeiten" (© Trump über Trump) unter anderem als "paranoid" und "schizophren" bezeichnet. Weiters fiel das schöne Wort "fucking" und er versicherte, er werde nicht versuchen, seinen eigenen "Schwanz zu lutschen".

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Das sind vielleicht mehr Informationen, als man eigentlich haben wollte, aber es zeigt auch, in welcher differenzierten Art und Weise die Finanz- und Politikelite der USA wirklich denkt. Scaramucci selbst nennt das dann "blumige Sprache". Was sind dann eigentlich Schimpfworte für ihn? Mittelstreckenraketen?

Naja, Gott sei Dank ist der Mann ja nur für den Innendienst im Weißen Haus zuständig, für die Reinigung der Sanitäranlagen und nicht... was? Der ist Kommunikationschef?! Sehr guter Witz! Natürlich! Und die EU unterstützt die Machthaber im Sudan und Eritrea, weil von dort so viele Menschen abhauen... hahaha... haben die wirklich vor? Wenn’s nicht so traurig wär, wär’s richtig lustig.

Aber es gibt auch Positives zu vermelden. Großbritannien möchte - so wie Frankreich - demnächst keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zulassen. Norwegen auch. Das Ölzeitalter neigt sich also dem Ende zu. Nur Österreich, in dem sehr viele Menschen in Autozulieferbetrieben arbeiten, hält sich nobel zurück. Und hofft, dass die deutschen Computerexperten bei Daimler, VW und Porsche einen neuen Trick finden, den ausgestoßenen Dreck in Rosenwasser zu verwandeln. Schließlich wollen auch Firmenanwälte von etwas leben.

Eine Frage ist in Sachen Elektroauto übrigens noch völlig ungeklärt: die der Akustik. Denn Elektroautos sind so leise, dass man sie erst hört, wenn sie gerade Deinen Unterschenkel in den Asphalt einmassieren. Ich denke, es wird nach dem Vorbild der Klingeltöne bei Handys bald akustische Signaltöne für die allzuleisen Elektroboliden geben. Natürlich vom jeweiligen Fahrzeugnutzer einzustellen. Da weiß man dann auch vielleicht, ob sich Diskussionen über den Fahrstil lohnen, wenn der betreffende Verkehrsteilnehmer mit "I sing a Liad fia Di" mit 80 km/h über den Zebrastreifen brettert. Das ist dann quasi die akustische Visitenkarte, die man vor sich her trägt. Die Luft wird also besser werden mit den E-Autos... der Lärm... eher nicht.

Die Optik ist allerdings auch nicht unwesentlich. So hat eine Studie herausgefunden, dass sowohl Kurz als auch Kern bei den jungen Österreichern gut ankommen. Beide jedoch, so meint zumindest die Hälfte der Befragten, wären keine "Menschen aus dem Volk" (von wo sonst? Vom Mars?) und man würde ihnen nicht gerne zuhören. Da hilft wahrscheinlich nur ein verfickter Sprachkurs bei Herrn Scaramucci, der wird den beiden paranoiden Schizos schon klarmachen, wie man nicht seinen eigenen... Sie wissen schon, oder? Mir verstehen sich.




Schlagwörter

Glossenhauer, E-Autos

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-07-28 16:54:04
Letzte ─nderung am 2017-07-30 09:13:57



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