Das erste Mal hab ich ihn im Kaffeehaus gesehen. Den Schauspieler. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn man ist ja ein aufgeklärter, aufgeschlossener, weltgewandter Künstler, der sich dafür einsetzt, dass die Menschen unterschiedlicher Kulturen, Mentalitäten und Einkommensverhältnisse gut miteinander auskommen... weiter
Irgendwann kommt jeder an den Punkt. (Wir wollen es zumindest hoffen.) Irgendwann kommt jeder an den Punkt, an dem er (oder sie) versteht, dass man ein Leben, das nur mit Arbeit und allen möglichen anderen Pflichten angefüllt ist, nicht leben kann. Niemand kann das, auch Leute, die ihre Arbeit schätzen und darin Erfüllung finden... weiter
In einem Schanigarten kann man seine Privatsphäre halt schwer für sich behalten. Und man kriegt es natürlich mit, wenn wer am Nebentisch schwerwiegende Probleme hat. Mit der Artikulation zum Beispiel. (Mit dem Verwenden von die bestimmten Artikeln?) Oder eigentlich Schwierigkeiten beim Lesen der Speisekarte: "Ich hätt’ gern die Gnotschi... weiter
Ein Fernsehbericht über das Buch "Fünfundneunzig Wiener Würstelstände" von Franz Oláh, erschienen im Pustet-Verlag. Obwohl das Buch viele interessante kulturgeschichtliche Informationen enthält, geht es in der Berichterstattung nur um eines: Der Reporter möchte den Gästen möglichst viele skurrile Ausdrücke des Würstelstandjargons entlocken... weiter
Manchmal, eher selten, ist es ganz einfach: Schneider heißen nach dem Zuschneiden und Spengler nach den ursprünglich von ihnen hergestellten Spangen (und Beschlägen). Und Soldaten und Söldner sind "die in Sold", denn ihre Namen kommen vom lateinischen Wort solidus für Goldmünze, "die Gediegene" ("die Echte")... weiter
Meine Frau behauptet manchmal, mit mir verheiratet zu sein, ist auch nicht immer das wahre Vergnügen. Als ob ich das nicht wüsste. Da muss man jetzt gar nicht groß das Eheleben strapazieren. Allein schon immer Ich zu sein, ist nicht ständig eine Hetz. Eine Therapie könnte helfen, meint meine Frau. Fein, denke ich mir, eine Therapie... weiter
Als ich mir meine erste Tätowierung machen ließ, reagierte meiner Familie irritiert. "Der Bua ist jetzt ganz deppert gworden", lautete der Tenor. Eine Tätowierung, so die Meinung meiner Verwandten, war etwas für Strizzis und Matrosen. Einzig meiner Omi gefiel der neue Körperschmuck. Sie, die den Großteil ihres Lebens so besorgt darum gewesen war... weiter