• vom 15.03.2011, 18:22 Uhr

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Update: 15.03.2011, 18:23 Uhr

Neues aus der Todeszone




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Von Bernhard Baumgartner

  • Die Strahlenwerte sind fast auf normal gesunken, die Natur holt sich die Todeszone zurück. Hunde leben wild in Rudeln. Pflanzen, Tiere - die Natur ist froh über den Platz, an dem kein Mensch die Ruhe stört. Wovon ist die Rede? Japan im Jahr 2036? Nein, Tschernobyl im Jahr 2011.



Der Autor Hans Platzgummer hat in seinem Roman "Der Elefantenfuß", der ausgerechnet heute, Mittwoch, vorgestellt wird, ein wahrlich postapokalyptisches Szenario porträtiert, das zum Teil auf wahren Rahmenbedingungen basiert - wie wir von diversen Dokumentationen aus der ehemaligen Todeszone wissen.


Platzgummer lässt hier todgeweihte Outcasts durch die Zone wandern, die hier ihr Leben abschließen wollen. Ein Hundeforscher, der die Rudel in ihrer natürlichen Umgebung beobachten will, oder desertierte Soldaten, die sich unerlaubt von der Truppe davongemacht haben.

Dass das Buch ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt bereit zur Vorstellung ist, an dem sich die Geschichte auf so tragische Weise zu wiederholen droht, ist eine besondere Ironie: Im April 1986 schockte Tschernobyl die Welt. Keine 25 Jahre später haben wir - wie uns das Schicksal nun eindrucksvoll zeigt - leider noch immer nichts dazugelernt. Nur dass es diesmal etwas schwer werden wird, den verstrahlten Teil eines dicht besiedelten Landes wie Japan einfach verwildern zu lassen.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2011-03-15 18:22:47
Letzte Änderung am 2011-03-15 18:23:00


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