• vom 06.08.2010, 16:25 Uhr

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Update: 06.08.2010, 16:26 Uhr

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Klumpert, Bahöö und Schreamsn




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Von Werner Grotte

  • Auch wenn sich in den heimischen Sprachgebrauch immer mehr Anglizismen ( Ticket, Ranking, Box. . . ) oder Nordgermanismen ( Hallo, Junge, außen vor. . .) einschleichen - gerade Touristen aus den USA oder Deutschland kommen nicht zuletzt wegen des typischen Lokalkolorits zu uns. Radio NÖ bringt deshalb während der Ferien täglich zwischen 8 und 9 Uhr Früh "Niederösterreichisch für Anfänger", wo Einheimische ratlosen Urlaubern typische Satzkonstruktionen übersetzen. Ein paar Beispiele:



"De Lintschi war tramhappert und hot mit ihrer Kracksn an Puserer baut." - "Des Klumpert is zum Krenreiben, des ghört in die Würscht!" - "Wann mi des Hirnederl no länger anstrudelt, gibts an Bahöö!" - Da klane Sepperl kann nix wia sempern, plärren und sekkieren." - "Zum Greißler gengans afoch um de Schreamsn und folln no zwamol um." - "Der Falott hot si a Gaudi gmocht und de ganze Partie betakelt." - "Nur wer de richtige Protzn fia de Gigara hot, kaun a Fiaka wern." Natürlich erfolgt zu jeder Lektion auch die hochdeutsche Translation, die wir uns hier (noch) ersparen können.

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Einen der prägnantesten Vertreter heimischen Lokalkolorits ehrte zum 130. Geburtstag (leider nur) das ORF-Radio Freitag Früh: den unvergessenen Volksschauspieler Hans Moser. Dessen legendäres "Na, wie nemma ma denn den?" samt der berühmten "Schreamsn" im Duett mit Paul Hörbiger als Alt-Wiener Dienstmänner war lange vor Mundl oder Kaisermühlen Blues internationales Aushängeschild heimischer Lebens- und Sprechart. Genau die sollten wir mehr schätzen und pflegen - denn sonst bleiben die Touristen bald lieber daheim und begnügen sich mit Hans-Moser-Videos.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2010-08-06 16:25:42
Letzte Änderung am 2010-08-06 16:26:00

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