• Artikel vom 13.12.2011, 17:04 Uhr

Kommentare

  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Kommentar

Von Vögeln und Grubenhunden


Von Christina Böck



Auch seriöse Medien sind nicht gefeit, wenn es jemand ernst meint. Oder eben genau nicht ernst meint. Über die Kafka-Ausgabe, die sich gegen das Diktat der Rechtschreibung stemmen wollte, haben Sie auch in dieser Publikation gelesen - kurz bevor sie als Scherz eines Künstlerkollektivs namens Birdbase enttarnt wurde. Als zweiten Streich hat dieselbe eine Sexschule erfunden und der eifrige Boulevard ist ihr auf den Leim gegangen. Zu verlockend sind da wohl Titel wie "Wer nicht kommt, der fliegt".

Werbung

Nun ist die Praxis, arglose Journalisten aufs Glatteis zu führen, keineswegs eine neue Erfindung der anonymen Vögel. In der langen Tradition dieser Verwirrungen steht aber auch ein Tier am Anfang. Das fand sich in einem Leserbrief von Arthur Schütz, den dieser unter dem Pseudonym "Dr. Ing. Erich R. v. Winkler" in einem (tatsächlich abgedruckten) Leserbrief an die ehrwürdige "Neue Freie Presse" geschrieben hat. Da berichtete er mit allerlei überzeugendem technischen Vokabular über ein von ihm gemessenes (und erfundenes) Erdbeben - bei dem auch sein Grubenhund nervös geworden sei. Diese Aktion war ein origineller Streich, der kaum mehr wollte, als die Aufmerksamkeit auf mehr Sorgfalt zu lenken. Wie man sieht: immer noch aktuell. Birdbase hingegen pocht im Nachbeben seiner Irreführungen immer bierernst auf etwas wirre politische Forderungen. Irgendwie humorlos roh - sie haben eindeutig nicht bei Qualtinger gelernt. So mancher Reporter soll sich heute noch wünschen, ihm aufgesessen zu sein: als er sich als Eskimodichter Kobuk am Westbahnhof empfangen ließ.




Schlagwörter

Feuilleton

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-12-13 17:11:11


Beliebte Inhalte



"Blind – oder nie mehr Sex?" ist das neue "Frucade oder Eierlikör?" – und auch sonst lehnte sich "Demokratie – Die Show" eher bei...weiter

Noch hat es die Austria-Führung nicht ausgesprochen, doch die Entscheidung über die Zukunft von Ivica Vastic dürfte gefallen sein...weiter

Großes Tauziehen um das Urheberrecht. Dazu noch ein Verfahren gegen die Internet-Plattform Youtube, auf der man massenhaft Film und Musik kostenlos...weiter

Alle Beiträge dieser Rubrik unter:
  • Das Mikser Festival in Belgrad will mit Design und Ausstellungen ein Stadtviertel beleben.
  • weiter

Alle Beiträge dieser Rubrik unter: - © www.godany.com
  • Wer am Land wohnt, in der Stadt arbeitet und sich das subventionieren lässt, privatisiert den Nutzen und vergesellschaftet die Kosten...
  • weiter

Alle Beiträge dieser Rubrik unter: - © www.godany.com
  • Wer am Land wohnt, in der Stadt arbeitet und sich das subventionieren lässt, privatisiert den Nutzen und vergesellschaftet die Kosten...
  • weiter

Der Autor ist Sprecher der "Initiative Qualität im Journalismus"; zuvor "Wirtschaftsblatt", "Presse" und "Salzburger Nachrichten".
  • Die Manipulation von Auflagenzahlen rächt sich.
  • Allein die "News"-Auflage ist um ein Viertel geschrumpft.
  • weiter

Teamchef Marcel Koller hat sich festgelegt, dass er David Alaba entgegen seiner Position beim Verein weiterhin im zentralen Mittelfeld einsetzen will...weiter



Werbung




Ein Demonstrant zeigt der berittenen Polizei das Victory Zeichen.  Hunderte Amerikaner gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen den NATO-Gipfel in Chicago zu protestieren.

Das amerikanische Model Lydia Hearst posiert für die Kamera. Schauspieler Antonio Banderas kommt in Vertretung seiner Frau, Melanie Griffith, zur Red Ribbon Celebration Concert am Vorabend des Life Balls im Burgtheater.

20.05.2012: Auch beim G8-Gipfel führte kein Weg am Champions League-Finale vorbei. Jubel und Trauer lagen sichtbar nah beinand, v.l.n.r.: Der britische Premier David Cameron, US Präsident Barack Obama, deutsche Kanzlerin Angela Merkel, Kommissionspräsident José Manuel Barroso,, der französische PräsidentFracois Hollande (sitzend). Wien. (cra) Castingshows haben schon lange die Welt der Klassik erreicht: Zum vierten Mal diente der Auftakt der Wiener Festwochen als Austragungsort des Wettbewerbs "Eurovision Young Musicians." 
Im Bild: Emmanuel Tjeknavorian, der österreichische Teilnehmer des "Eurovision Young Musicians 2012".

Werbung