• vom 13.04.2012, 22:05 Uhr

Kommentare

Update: 13.04.2012, 22:17 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Abseits

Es fehlt an Streitkultur


Von Simon Rosner

Für einen kurzen Augenblick haben die Bundesliga und der ÖFB den Weg der Eintracht verlassen. Nach einer internen Diskussion über das Ligaformat hat sich Bundesliga-Vorstand Georg Pangl den Zorn des ÖFB zugezogen, da er - anders als vereinbart - seinen Standpunkt der Presse mitgeteilt hat. Der Verband reagierte mit einer bissigen Aussendung, am Freitag war dann wieder alles gut. Zumindest offiziell. "Es ist beiden bewusst, dass der eine ohne den anderen nicht kann", sagt ÖFB-Chef Leo Windtner.



Dabei ist es logisch, dass ÖFB und Liga bei manchen Themen unterschiedliche Ansichten haben, sie haben ja auch unterschiedliche Interessen zu vertreten. Weil aber die Streitkultur hierzulande, und das nicht nur im Sport, verkümmert ist, werden Differenzen als Gefahr wahrgenommen. Dabei kann es gewinnbringend sein, verschiedener Meinung zu sein.

Werbung

Zu einer vernünftigen Streitkultur zählt aber nicht nur die Auseinandersetzung, auch das Einende darf nicht aus den Augen verloren werden. Doch als vor zwei Jahren Liga und ÖFB über eine System-Reform diskutierten, fehlte dieser Aspekt völlig. Jeder vertrat stur seine eigenen Interessen, statt ein gemeinsames Ziel zu definieren und dieses in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen. Da nämlich jedes Ligaformat seine Vor- und Nachteile hat, braucht es ein solches Ziel, um Vor- und Nachteile gewichten zu können. Eine Vergrößerung der zweiten Liga allein zum Zweck des Direktaufstiegs für alle drei Regionalligameister ist absurd und nicht finanzierbar. Es sei denn, man wandelt die Liga in eine Halb-Profiliga um. Doch zehn Profiklubs wären gar wenig, man müsste also die tipp3-Liga erweitern. Doch das wollen Liga und ÖFB nicht einmal diskutieren. Dabei gehört auch das zu einer guten Streitkultur: dass man sich über größere Reformen drübertraut. Zumindest verbal.




Schlagwörter

Abseits, ÖFB

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-13 17:38:07
Letzte Änderung am 2012-04-13 22:17:53


Beliebte Inhalte



Neulich hat ein Jungjournalist mit türkischen Wurzeln einen Auftrag für eine Geschichte abgelehnt. Sein Argument: Er wolle nicht in die...weiter

An der Hochschule für Philosophie München bekommen die Studenten richtig was geboten. Dort gibt es eine Vorlesungsreihe des langjährigen...weiter

  • Wie sehr die neuen Technologien Arbeitswelt und Individuen verändert haben - und wie wenig die Öffentlichkeit dies wahrnimmt.
  • weiter

  • Ministerin Cina Lawson gehört zu den einflussreichsten Frauen Afrikas und will allen Bürgern Zugang zu günstigem Internet verschaffen.
  • weiter

Es war eine von jenen Geschichten, die so brutal sind, dass sie Kalauer herausfordern: Die Story jenes Ungarn, dem der Unterarm abgetrennt wurde...weiter

Der Ausspruch "das geht sich nicht aus" ist universell einsetzbar und trifft auch auf die Koalitionsverhandlungen nach der ÖH-Wahl zu...weiter

Diese Ausländer! Sie können sich einfach nicht in unsere europäische Kultur einfügen, in unsere verfeinerte Lebensart. Davon kann ich ein Lied singen...weiter

  • Während alle über die Grünen jubeln, vollzieht sich die wirkliche Revolution woanders: SPÖ und ÖVP können endlich voneinander lassen - und tun es auch.
  • weiter

Was ist in Europas Fußball los? Das muss man sich zwangsläufig fragen, wenn man sich die jüngsten Ereignisse in Mailand und Paris vor Augen führt...weiter

Alexander Pereira mag nicht die ausgefeiltesten Programme erstellen, derer sich die Salzburger Festspiele rühmen können - den Ruf als bester...weiter



Werbung




Haremsdame vor dem Rathaus

Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971, Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers.

Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. "Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten.

Werbung