
Der offizielle Sport mag sich seiner Vorbildwirkung rühmen, doch einige Vorfälle vom Wochenende zeugen eher von einem Verfall der Sitten.
In Genua erzwangen randalierende Ultras einen Spielabbruch und die Herausgabe der Trikots, in der Nacht auf Sonntag wurde Leverkusen-Spieler Michal Kadlec nach einem Discobesuch von zwei Köln-Hooligans krankenhausreif geprügelt, nicht einmal einen Tag später Sturms Rubin Okotie nach dem Spiel im Hanappi-Stadion attackiert. Rapid vermutet, dass es sich beim Täter um eine Person handelt, "die sich selbst als Anhänger sieht".
Es mag sich um eine zufällige Koinzidenz handeln, doch die Vorfälle sind alarmierend - und machen wieder einmal deutlich, wie wichtig verstärkte präventive Maßnahmen der Klubs in der Fanarbeit sind. Nur mit Stadionverboten kommt man nicht weit.
Doch was soll man auch erwarten, wenn sich Sportler selbst ihrer vielzitierten Vorbildwirkung oft nicht bewusst sind, oder, noch schlimmer, diese gar pervertieren? Wie der Basketballer Ron Artest der Los Angeles Lakers, der sich nach einigen Skandalen in Metta World Peace hatte umbenennen lassen und nun einen Gegenspieler beim Jubeln gezielt mit dem Ellbogen an den Kopf und k.o. schlug?
Die Formel 1 wiederum drehte freudig hinter Stacheldraht in Bahrain ihre Runden, während draußen Demonstranten verletzt wurden. Die Beispiele haben nichts miteinander zu tun. Doch sie alle zeigen, wie weit der Sport vom Weltfrieden weg ist. In Bahrain genauso wie in Los Angeles, Genua, Köln und Wien.
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