• vom 27.04.2012, 17:36 Uhr

Kommentare

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Kommentar

Nicht entscheiden ist auch ein Weg


Von Bernhard Baumgartner



Es ist an der Politik, Entscheidungen zu treffen - das ist die Aufgabe der gewählten Volksvertreter. Was passiert, wenn sich die Politik entscheidet, nicht zu entscheiden, sieht man derzeit an mehreren Beispielen geradezu exemplarisch. Da wäre einmal das Chaos mit den österreichischen Studiengebühren: Die einen wollen, die anderen nicht. Aber statt dass eine politische Entscheidung fällt, entscheidet ein Höchstgericht, aber nicht, dass damit die Debatte beendet wäre: Dann kommen die Unis und führen sie wieder ein. Bis ein Gericht sie wieder abschafft.

Werbung

In Neapel hingegen wählte kürzlich ein Museum einen noch drastischeren Weg, um die Politik von seinen Subventionswünschen zu überzeugen: Wöchentlich werden nun Werke aus dem Bestand verbrannt. Mit Billigung und in Anwesenheit der Künstler. So lange, bis die Politik über die Finanzierung entscheidet. Museen in Berlin und Triest haben sich der Protestaktion bereits angeschlossen: Bevor man uns totspart, gehen wir lieber mit einem Knall.

Manchmal zahlt es sich für die Politik aber auch aus, den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen und das eine oder andere auszusitzen. In Großbritannien etwa hatte jahrzehntelang der mächtige Verleger und TV-Dominator Rupert Murdoch politisch ein gewichtiges Wort mitzureden: Nicht, dass er das tun musste, es reichte meist schon, dass Politiker wussten, was er erwartete. Premierminister kamen und gingen, Murdochs langer Arm blieb. Bis sich diese Machstruktur mit dem Abhörskandal zu viel Macht nahm und die öffentliche Meinung kippte. Die Macht hatte sich selbstreinigend zerschlagen.




Schlagwörter

Feuilleton

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-27 17:41:06


Beliebte Inhalte



Neulich hat ein Jungjournalist mit türkischen Wurzeln einen Auftrag für eine Geschichte abgelehnt. Sein Argument: Er wolle nicht in die...weiter

Ian Hunter, Professor für Maschinenbauwesen am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT), vermittelt seinen Studenten ein Denken über...weiter

Christian Ortner.
  • Deutschlands enorme Wettbewerbsfähigkeit zu schwächen, wie das oft gefordert wird, würde nicht zuletzt Österreich erheblichen Schaden zufügen.
  • weiter

Eines muss man Bernie Ecclestone lassen: Der Mann leidet nicht unter mangelndem Selbstbewusstsein. Dass er trotz eines drohenden Prozesses wegen des...weiter

  • Der nahende Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union machte auch Anpassungen in den EU-Institutionen selbst notwendig.
  • weiter

Diese Ausländer! Sie können sich einfach nicht in unsere europäische Kultur einfügen, in unsere verfeinerte Lebensart. Davon kann ich ein Lied singen...weiter

  • Während alle über die Grünen jubeln, vollzieht sich die wirkliche Revolution woanders: SPÖ und ÖVP können endlich voneinander lassen - und tun es auch.
  • weiter

Der Ausspruch "das geht sich nicht aus" ist universell einsetzbar und trifft auch auf die Koalitionsverhandlungen nach der ÖH-Wahl zu...weiter

Was ist in Europas Fußball los? Das muss man sich zwangsläufig fragen, wenn man sich die jüngsten Ereignisse in Mailand und Paris vor Augen führt...weiter

Christian Ortner.
  • Steuerhinterzieher kommen straflos davon, wenn sie sich freiwillig stellen. Ein Privileg, das längst abgeschafft gehört.
  • weiter



Werbung




Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

20.5.2013: Ein tibetischer Mönch hält ein Schild neben einem Plakat, das Gedhun Choekyi Nyima, den elften Penchen Lama zeigt, der vom Dalai Lama anerkannt wird. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung