
(leg) Was hat Wiktor Janukowitsch nach seinem knappen Wahlsieg gegen Julia Timoschenko im Februar 2010 den Ukrainern nicht alles angekündigt: Ein "Präsident aller Bürger" werde er sein, nach den orangen Chaos-Jahren gute Beziehungen zu Russland wie zur EU herstellen. Gekommen ist es anders: Der 61-jährige Zwei-Meter-Mann aus dem ostukrainischen Donbass ist heute denkbar unbeliebt. Neben der bleiernen Situation im Land stört viele Ukrainer der außenpolitische Kurs - vor allem gegenüber der EU: In Brüssel soll man laut Politikern bereits "die Straßenseite wechseln", wenn Janukowitsch auftaucht. Mit Timoschenkos Inhaftierung hat der Vater zweier Söhne eine Grenze überschritten. In und mit Gefängnissen kennt sich der gelernte Mechaniker jedenfalls aus: In seiner Jugend wurde er zweimal verurteilt - wegen Raubes und Körperverletzung. Wie zufällig sind die Dokumente über die Verurteilungen des Arbeitersohnes heute nicht mehr auffindbar - wohl aber umstrittene Unterlagen, die seine Rehabilitierung belegen.
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