
Man kennt das ja. Geheimnisse sind zum Ausplaudern da. Was hätte man sonst von ihnen. Aber es gibt natürlich solche und solche Geheimnisse. Bei Geheimdienstgeheimnissen zum Beispiel sollte man sich vielleicht zurückhalten. Aus einschlägigen Filmen weiß man, was passiert, wenn man etwas gehört hat, dass man nicht hätte hören sollen. Rübe ab.
Insofern ist höchste Vorsicht angebracht, sollte man vorhaben, sich den Film "Zero Dark Thirty" anzusehen. Das ist der Film, den Oscarpreisträgerin Kathryn Bigelow über die Tötung von Osama bin Laden dreht. Nun ist die Regierung von Barack Obama in den Verdacht geraten, der Regisseurin zu heikle Hintergrundinformationen geliefert zu haben. Der Geheimdienst-Staatssekretär hat ihr geschrieben: "Wir werden Zugang zu einem Seal-Team-6-Kommandeur gewähren, der an der Planung der Aktion von Beginn an beteiligt war." Das steht in einem Geheimpapier, dass das US-Verteidigungsministerium und die CIA freigeben musste. Ein republikanischer Abgeordneter kritisierte, dass "die Lecks nach der erfolgreichen Mission die Helden des Einsatzes sowie ihre Familie gefährdet haben". Obama konnte freilich keine Verfehlung nachgewiesen werden - besonders elegant wirkt es aber auch nicht, wie massiv versucht wurde, den Film für einen Imageschub im Wahlkampf zu instrumentalisieren. Der hätte nämlich auch noch kurz vor dem Wahltag in die Kinos kommen sollen. Der Starttermin wurde mittlerweile aber geändert. Vielleicht kann man sich "Zero Dark Thirty" doch beruhigt anschauen, ohne danach das Zeugenschutzprogramm zu beantragen.
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