• vom 24.07.2012, 14:27 Uhr

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Update: 24.07.2012, 15:21 Uhr
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Ist das Kunst oder kann das weg?


Von Christina Böck



Man kann das schon verstehen: London will sich sauber präsentieren. Selbst klaubt man ja auch die gröbsten Lurchmäuse auf, wenn angekündigter Besuch kommt. Aufräumen ist gut, wenn es, sagen wir, Glasscherben betrifft. Oder Bananenschalen. Oder Hundekot. Als übereifrig bis unreflektiert entpuppt sich die Ankündigung der Londoner Polizei, während Olympia alle Graffitis in der Stadt zu entfernen. Mal abgesehen davon, dass es auch eine recht ambitionierte Ankündigung in einer der Welthauptstädte der Street Art ist.

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Die größte Sorge galt nun dem wahrscheinlich berühmtesten Schablonenmaler der Kunstgeschichte: Banksy. Der sagenumwobene Graffiti-Künstler, dessen Gesicht niemand kennt und dessen ironischer Stil sich auf jedem dritten Adoleszenten-T-Shirt findet. Und der das System Street Art mit grotesk hohen Preisen ad absurdum geführt hat. Kunstblogger fürchteten nun, dass die Beamten keinen Unterschied zwischen Schmierage und Kunst machen würden und die wertvolle Banksy-Freiluft-Ausstellung dran glauben könnte. (In Wien ist man so etwas ja gewöhnt, da ging vor einiger Zeit der Gürtel seines Banksy-Dekors verlustig.)

Jetzt hat der schlaue Künstler Vorkehrungen getroffen. Er hat zwei neue Arbeiten auf seine Homepage gestellt - unter anderem einen Speerwerfer, der eine Rakete wirft. Jetzt kann kein Putztrupp mehr sagen, er habe nicht gewusst, dass der große Fleck Kunst ist. Vielleicht hilft das London zu verstehen, dass man sich der Welt nicht nur sauber, sondern auch ein bisschen offener präsentieren sollte.


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Schlagwörter

Bansky, Feuilleton, Street Art, London

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-24 14:32:05
Letzte Änderung am 2012-07-24 15:21:55


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