• vom 09.08.2012, 15:56 Uhr

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Update: 09.08.2012, 16:04 Uhr
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Ein Virtuose auf dem Trampolin


Von Bernhard Baumgartner

Es mag ja vielleicht Menschen geben, die können es nicht mehr sehen: Zu jeder Tages- und Nachtzeit läuft im Fernsehen Olympia. Nicht nur im ORF, auch auf noch einem halben Dutzend anderer Kanäle. Doch das Interessante dabei ist: Beschwerden darüber hört man kaum. Die Quoten sind bestens, das Interesse umfassend, und dass der eine oder andere Kommentator einmal nicht so ganz genau weiß, worum es gerade geht, mag man nachsehen.

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Dabei gibt es gerade bei Olympia Sportarten zu entdecken, die das ganze Jahr über nicht nur nicht im Fernsehen zu sehen sind, von vielen hat man noch nie was gehört. Trampolinspringen etwa. Aber auch Synchronschwimmen, Wasserball oder Tontaubenschießen - hier bricht eine schier unerwartete Vielfalt über den passiven Sportkonsumenten herein. Fehlt nur noch Poker, Speed Stacking oder Baumstammweitwurf, um die Hitparade der absurden Sportarten abzuarbeiten. Und es stellt sich ganz entgegen dem Credo der Sportjournalisten heraus: Die Leute interessieren sich offensichtlich doch für ein bisschen mehr als nur für Fußball, Skifahren oder Formel 1.

Dass diese Erkenntnis Früchte tragen wird, kann man jedoch solide ausschließen. Weder finden sich Sender, die diese Dinge übertragen, noch gibt es so etwas wie eine Kultur der Breite im weltweiten Sport. Das ist schade. Und so müssen wir auf die nächsten Olympischen Spiele warten, um uns an den Synchronschwimmern oder dem Schnellfeuerschießen zu erfreuen.




Schlagwörter

Medienkritik, ORF, Olympia, London 2012

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-09 16:03:18
Letzte Änderung am 2012-08-09 16:04:06


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