Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen kann einem schon einmal der Kragen platzen. Entweder das oder das Rennen um den "Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreis für internetfreie Minuten" ist voll im Gange: "Das Internet ist ein riesiger Schrotthaufen mit ein paar Perlen", sprach also "math.space"-Gründer Rudolf Taschner in Alpbach. Das Fernsehen sei zudem "Schrott" und das Radio auch enttäuschend. Dass Taschner, der von manchen gar als "Botschafter der Mathematik" gehandelt wird, ausgerechnet bei den Alpbacher Technologiegesprächen im Arbeitskreis "Gesucht: Jung, technisch begabt, wissbegierig" vom Leder zog, macht die Sache auch nicht gerade besser. So ein gepflegter Rundumschlag gegen die (neuen) Medien, um es den jungen Nachwuchstalenten mal wieder so richtig reinzusagen, das hat schon Ex-ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz seinerzeit nicht wirklich genützt, der damals über das "Scheiß-Internet" sinnierte, in das sich die Jungen verkröchen.
Natürlich kann einem angesichts des TV-Programmes zwischen "Supertalent", "Daniela Katzenberger" und "Saturday Night Fever" schon einmal die glatte Verzweiflung übermannen, aber das ist noch lange kein Grund, das Fernsehen unter Generalverdacht zu stellen. Schließlich hat gerade die Segmentierung mit ihrer stets steigenden Zahl an Spartensendern auch dokumentativer oder kultureller Natur viel Raum für Hochwertiges geschaffen. Ein Blick ins Programm macht dabei sicher. Auch zweifelnde Mathematiker.
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