• vom 28.08.2012, 05:00 Uhr

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Günther Jauch und der Heurige


Von Peter Bochskanl

Während der ORF-Sonntag noch Talkshow-frei war, versammelte Günther Jauch im Ersten eine kompetente Vierer-Runde zu einer kontroversiellen und pointierten Diskussion über Stil und Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Schlagabtausch über das sehr Merkel-kritische und ein wenig polemisch überhöhte Buch des CDU-Mitglieds Gertrud Höhler war spannend. Den Vorwürfen der Autorin und des ZDF-Literaturchefs Wolfgang Herles, die Kanzlerin regiere diktatorisch, habe kein Konzept und keine Empathie für die Bevölkerung, wurde von CDU-Ministerin Ursula von der Leyen und Lothar de Maizière, dem letzten DDR-Ministerpräsidenten, tapfer gegengehalten. So, dass sich bei den Zusehern auch nach der Sendung nichts an der mehrheitlichen Sympathie für Merkel geändert haben dürfte, wie sie auch Jauch als Ergebnis einer Umfrage präsentierte.

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Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich, aber ein wenig Frust und Langweile stellt sich doch bei dem Gedanken ein, die ORF2-Talks "Im Zentrum" und "Pressestunde" könnten nach der Sommerpause mehr oder weniger unverändert wieder auferstehen. Auch wird es wohl kaum eine spannende Diskussion über den Bundeskanzler geben. Aber immerhin ist der am 10. September "Sommergesprächs"-Gast bei Armin Wolf. Und das könnte durchaus interessant werden, wenn Wolf so intelligent-bissig bleibt wie bei seinen bisherigen Runden mit den Parteichefs. Da könnte man dann auch die bisweilen verspielte Lokalisierung der Interviews (Spindelegger beim Heurigen) vergessen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-27 16:59:17
Letzte Änderung am 2012-08-27 17:56:47


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