• vom 31.08.2012, 05:00 Uhr

Kommentare

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Gesehen

Ein Prosit der Gemütlichkeit


Von Andreas Rauschal

Warum die steirische Bierbrauerei, deren Name längst synonym für den männlichen Kugelbauch steht, bevorzugt mit Skifahrern wirbt - es ist nicht überliefert. Alkohol mag die Talfahrt so manches Menschen rapide beschleunigen, den Ehrgeiz des gemeinen Wintersportlers hingegen dürfte er bremsen. Bier macht bekanntlich nicht nur müde und langsam, sondern vor allem auch blunznwurst, sturzegal und sternhagelgleichgültig. Die aktuelle Werbekampagne verzichtet nun aber ohnehin auf rasende Schneemänner und setzt stattdessen auf Entschleunigung - also jene vom Aussterben bedrohte Kulturtechnik, unter der das Word-Rechtschreibprogramm nicht mehr zu verstehen scheint als eine Ansammlung sinnloser Buchstaben, die man rot unterstreichen muss. Sag mir, was bloß meint der Mann? Das Prosit der Gemütlichkeit wird im TV-Spot jedenfalls über eine alte heimische Volksweisheit angestimmt: "Nur net hudeln!" hat als hier genüsslich zelebriertes Lebensbewältigungsmotto durchaus etwas Verlockendes. Wäre es in der Echtzeitwelt nur auch so leicht einzuhalten! Und würden nicht gerade auch die entspannten Wirtshausbrüder darauf vertrauen, die sich am Dorfstammtisch an Hazeh halten und sich selbst über den sogenannten faulen Südländer entrüsten.

Werbung

Dafür kann die Bierbrauerei nun freilich nichts, die uns nur etwas Ruhe wünscht und die Zeit, sie auch auskosten zu können. Der Rest ist Lautpoesie vom Zuschnitt eines Ernst Jandl: Plopp. Zisch. Gluck!




Schlagwörter

Medienkritik, Werbung, ORF

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-30 16:35:05
Letzte Änderung am 2012-08-30 16:59:06


Beliebte Inhalte



Neulich hat ein Jungjournalist mit türkischen Wurzeln einen Auftrag für eine Geschichte abgelehnt. Sein Argument: Er wolle nicht in die...weiter

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, heißt es. Doch ist das wirklich immer so? Im Fall von Thomas Schaaf und Werder Bremen darf...weiter

Der Ausspruch "das geht sich nicht aus" ist universell einsetzbar und trifft auch auf die Koalitionsverhandlungen nach der ÖH-Wahl zu...weiter

Es gibt Fragen, die stellen sich nicht oft im Leben. Eine davon ist: Gibt es eine Überdosis Rosa? Die Antwort darauf ist seit Donnerstag offiziell: Ja...weiter

  • Ministerin Cina Lawson gehört zu den einflussreichsten Frauen Afrikas und will allen Bürgern Zugang zu günstigem Internet verschaffen.
  • weiter

Diese Ausländer! Sie können sich einfach nicht in unsere europäische Kultur einfügen, in unsere verfeinerte Lebensart. Davon kann ich ein Lied singen...weiter

  • Während alle über die Grünen jubeln, vollzieht sich die wirkliche Revolution woanders: SPÖ und ÖVP können endlich voneinander lassen - und tun es auch.
  • weiter

Was ist in Europas Fußball los? Das muss man sich zwangsläufig fragen, wenn man sich die jüngsten Ereignisse in Mailand und Paris vor Augen führt...weiter

Der Ausspruch "das geht sich nicht aus" ist universell einsetzbar und trifft auch auf die Koalitionsverhandlungen nach der ÖH-Wahl zu...weiter

Christian Ortner.
  • Steuerhinterzieher kommen straflos davon, wenn sie sich freiwillig stellen. Ein Privileg, das längst abgeschafft gehört.
  • weiter



Werbung




Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

18. 5. 2013: Ein lesbisches Paar in Myanmar: Der "Internationale Tag gegen Homophobie" geriet weltweit zu einem bunten und eindringlichen Protest gegen Diskriminierung. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung