• vom 06.09.2012, 07:00 Uhr

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Brief aus den USA

Was Syrien und Afghanistan verbindet


Von David Ignatius

  • Die US-Regierung sollte sich die Lehren aus ihrem Engagement in den 1980ern zu Herzen nehmen, um ein neues Inferno zu verhindern.

Der Autor war Chefredakteur der "International Herald Tribune". Seine Kolumne erscheint auch in der "Washington Post".

Der Autor war Chefredakteur der "International Herald Tribune". Seine Kolumne erscheint auch in der "Washington Post". Der Autor war Chefredakteur der "International Herald Tribune". Seine Kolumne erscheint auch in der "Washington Post".

Die USA und ihre Verbündeten bewegen sich in Syrien auf ein Programm zur verdeckten Unterstützung der Rebellen zu, das - im Guten wie im Schlechten - sehr nach dem aussieht, was sie in Afghanistan in den 1980ern anrichteten. Die Parallelen sind schaurig. Wie auch in Afghanistan operiert die CIA in Syrien an den Grenzen (hier hauptsächlich in Jordanien und der Türkei), um den sunnitischen Aufständischen zu helfen.

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Die Waffen kommen von Dritten. In Afghanistan kamen sie vorwiegend aus China und Ägypten. Für Syrien werden sie hauptsächlich auf dem Schwarzmarkt gekauft. Und ein Hauptfinancier für beide Aufstände war Saudi-Arabien. Es gibt sogar eine schillernde Figur, die beide Kampagnen verbindet: Prinz Bandar bin Sultan, der sich in den 1980er Jahren als saudischer Botschafter in Washington dafür einsetzte, die CIA in Afghanistan zu unterstützen, und der jetzt als Chef des saudischen Geheimdienstes die Aktionen in Syrien unterstützt.

Was lehrt dieser historische Vergleich? Einerseits gewannen die afghanischen Mudschahedin ihren Krieg und vertrieben schließlich die von Russland unterstützte Regierung - eine weitere schaurige Parallele. Andererseits öffnete der von der CIA unterstützte Sieg den Weg für jahrzehntelanges Chaos und dschihadistischen Extremismus, der noch immer eine Bedrohung für Afghanistan ist, für seine Nachbarn und sogar für die USA.

Die US-Regierung sieht die Gefahren. Das ist ein Grund, warum der Zugang von Präsident Barack Obama zu diesem Krieg ein vorsichtiger ist und, laut Kritikern, ein halbherziger und ineffektiver. Weil der Weg so unsicher ist, macht die US-Regierung nur ganz kleine Schritte. Aber es liegt in der Natur dieser Kriege, dass wenig Engagement zu mehr führt und zu noch mehr.

Was lehrt uns die Geschichte über solche Interventionen, das im Fall Syrien von Nutzen sein könnte? Zum Beispiel sollten die USA sich hüten, die saudische Strategie zu unterstützen, die unvermeidlich eigennützig ist. Sie sollten vorsichtig damit sein, sich im syrischen Krieg zu sehr gegen die Schiiten auf die Seite der Sunniten zu stellen. Das ist ein giftiger und potenziell ruinöser Religionskrieg, die Sorte, die beinahe den Irak und den Libanon zerstört hätte und jetzt Syrien in ein Inferno zu stürzen droht. Und die USA sollten mit viel Feingefühl auf Stammespolitik setzen, die in Syrien ebenso entscheidend sein könnte wie im Irak. Die Führer vieler syrischer Stämme haben Bashar al-Assad Blutrache geschworen, und ihre Macht ist ein Grund, warum der Antrieb dieses Aufstands konservativ, sunnitisch und ländlich ist. Im Irak zeigte sich, dass die Stammesführer das beste Bollwerk gegen die Ausbreitung der Al-Kaida und anderer Extremisten sein können.

Die Rebellen, die gegen Assad kämpfen, verdienen begrenzt die Unterstützung der USA, genau wie die anti-sowjetischen Mudschahedin. Aber Vorsicht: Dieser Weg ist mit Chaos und Extremismus gepflastert. Wenn die USA und ihre Verbündeten nicht aufpassen, kann es eine ganze Generation dauern, das rückgängig zu machen.

Übersetzung: Redaktion




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Dokument erstellt am 2012-09-05 18:20:04


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